Versandkonzern: Otto-Chef Schrader warnt vor neuer Internetblase

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Hans-Otto Schrader, Vorstandsvorsitzender der Otto Group weist Kritik zurück

von Henryk Hielscher

Hans-Otto Schrader, Chef des Hamburger Versandkonzerns Otto, weist Kritik an zu geringeren Wachstumsraten seines Unternehmens im Vergleich mit Online-Händlern wie Amazon und Zalando zurück: „Wir machen diesen Hype um die größten Umsatzzuwächse im Netz ganz bewusst und gezielt nicht mit“, sagt Schrader im Interview mit der WirtschaftsWoche.

Die Otto-Group legt heute Umsatzzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2012/13 vor. Demnach ist der Konzern in seiner Handelssparte nur um 0,4 Prozent gewachsen. Otto wachse „lieber solide, nachhaltig und profitabel. Das unterscheidet uns vielleicht von denjenigen Wettbewerbern, die mit hoher Geschwindigkeit, viel Aggressivität und mit extremen finanziellem Aufwand agieren“, so Schrader.  „Tatsächlich herrscht derzeit eine Goldgräberstimmung im Online-Handel, die fast schon an die Zeiten der Internetblase erinnert. Es muss sich aber erst noch zeigen, ob sich die hohen Erwartungen erfüllen und hinter dem schnellen Umsatzwachstum auch ertragreiche Geschäftsmodelle stehen.“

Gegenüber der WirtschaftsWoche skizzierte Schrader die Gewinnentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr. Konzernweit haben wir ein sehr, sehr ordentliches Ergebnis erzielt“, so Schrader. Das Ziel einer Umsatzrendite von vier Prozent habe der Konzern „bereits bei zahlreichen Einzelunternehmen geschafft, die für etwa 7 Milliarden Euro Umsatz stehen“, so Schrader.

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Eine Entrüstung jagt die andere: Ob „Sklavenarmbänder“ bei Mango oder ein Mädchen-T-Shirt mit der Aufschrift „In Mathe bin ich Deko“ bei Otto.

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Mit der Entwicklung auf dem Heimatmarkt zeigt sich der Konzernchef zufrieden. „Auf dem Heimatmarkt konnten wir unsere Handelsumsätze um 1,4 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro steigern. Marken wie Otto, Baur, Sheego, MyToys, Witt und Manufactum  sind gut unterwegs, lediglich unser Sportartikelhändler SportScheck hat einen kleinen Rückschlag erlitten.“ Zum Verlauf des Konzernumbauprogramms „Focus“, bei dem anfangs 750 Arbeitsplätze zur Disposition standen, sagt Schrader: „Wir haben jetzt 80 Prozent der Strecke hinter uns, und nach den bisherigen Erfahrungen bin ich zuversichtlich, dass wir ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen werden.“

Probleme sieht der Otto-Chef dagegen vor allem bei der französischen Versandtochter 3Suisses. Frankreich sei „für uns die derzeit größte Herausforderung, das Geschäft wird uns auch im laufenden Jahr noch Umsatz und Ergebnis kosten“, so Schrader. „Aber wir sind dabei, das Problem zu lösen. Bis Ende des Jahres wird es eine Entscheidung über die Zukunft unserer französischen  Versandgruppe geben.“

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