Vorstand räumt Scheitern ein: Bürokonzern IVG steht vor der Pleite

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Vorstand räumt Scheitern ein: Bürokonzern IVG steht vor der Pleite

, aktualisiert 31. Juli 2013, 13:56 Uhr
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In den Büro- und Hotelkomplex „Squaire” am Flughafen Frankfurt/Main hatte IVG in rund vierjähriger Bauzeit etwa eine Milliarde Euro investiert. (Foto von 2011)

Quelle:Handelsblatt Online

Die Gläubiger sperren sich weiterhin, der Vorstand hat das Scheitern der Verhandlungen verkündet – der Immobilienkonzern IVG steht vor einem Trümmerhaufen. Insider haben die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben.

Die Existenzkrise beim hoch verschuldeten Immobilienkonzern IVG spitzt sich zu. Das Bonner Unternehmen musste am späten Dienstagabend einräumen, dass es seinen Geldgebern keinen freiwilligen Schuldenerlass abringen kann. Die Gespräche seien vorerst gescheitert und es liege kein umfassender Restrukturierungsvorschlag der verschiedenen Gläubigergruppen vor, erklärte der Vorstand. Jetzt werde geprüft, ob der Konzern überhaupt noch außerhalb der Insolvenz saniert werden könne. Sollte es keine positive Fortführungsprognose geben, würde die IVG nach früheren Angaben die Sanierung über den „Plan B” wählen - das Schutzschirmverfahren. Dafür darf die Gesellschaft aber nicht überschuldet sein. Eine Entscheidung soll in Kürze fallen. „Noch gibt es die Hoffnung, dass die Gläubiger vielleicht doch noch einlenken”, sagte ein Insider.

An der Börse führten die Nachrichten am Mittwoch zu einem regelrechten Ausverkauf: Der Kurs der IVG-Aktie halbierte sich in der Spitze auf nur noch zwölf Cent. Als „Pennystock” liegt das Papier inzwischen ohnehin in den Händen vieler spekulativer Anleger, langjährige Großaktionäre sind längst ausgestiegen. In den Boomzeiten hatte die Aktie einmal 35 Euro gekostet.

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Bauarbeiter verlassen und betreten über eine Rolltreppe den Büro- und Hotelkomplex "Squaire" am Flughafen Frankfurt/Main. Der Immobilienkonzern IVG hat dafür in rund vierjähriger Bauzeit etwa eine Milliarde Euro investiert. Quelle: dpa

Die IVG hat mehr als vier Milliarden Euro Schulden angehäuft und wollte einen Erlass von rund 1,75 Milliarden durchsetzen, um wieder auf die Beine zu kommen. Die Verschuldungsquote (LTV) sollte auf diese Weise mittelfristig auf unter 60 von derzeit über 80 Prozent gedrückt werden. Im Grundsatz war geplant, dass die Geldgeber - inzwischen zum Großteil Hedgefonds - auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten und dafür im Gegenzug IVG-Aktien erhalten. Bis Dienstag sollten die Gläubiger einen gemeinsamen Vorschlag zur Aufteilung der Lasten vorlegen, damit die IVG-Hauptversammlung am 12. September darüber abstimmen kann.

Doch die Gläubiger der syndizierten Kredite und der Wandelanleihe kamen nicht auf einen Nenner, wie Reuters bereits zuvor aus Verhandlungskreisen erfahren hatte. Die Differenzen hatten sich schon mit der Kritik des US-Hedgefonds Aurelius Capital Management abgezeichnet. Die Aktionäre wären im Zuge des geplanten Schulden- und Kapitalschnitts ebenso wie die Käufer einer Hybridanleihe weitgehend leer ausgegangen.

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