Vorzeitiger Rücktritt: Warum Media-Saturn-Chef Norberg aufgibt

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Vorzeitiger Rücktritt: Warum Media-Saturn-Chef Norberg aufgibt

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Seit Jahren tobt um die Ausrichtung von Media Markt und Saturn ein Machtkampf zwischen Handelskonzern Metro und dem Minderheitseigner Kellerhals.

Media-Saturn-Chef Horst Norberg schmeißt hin. Der Grund ist ein heftiger Streit um die Ausrichtung von Europas größtem Elektrohändler. Auch die Nachfolge-Debatte birgt Zündstoff.

Deutschlands größte Elektronikhandelskette Media-Saturn steht mitten in einem Machtkampf um seine Ausrichtung ohne Chef da. Horst Norberg habe sich nach 27-jähriger Unternehmenszugehörigkeit mit sofortiger Wirkung dazu entschieden, sein Amt als Geschäftsführer niederzulegen. Das teilte Media-Saturn am Dienstag mit. "Nach den Ereignissen den vergangenen Tage habe ich Zweifel, dass ich noch den vollen Rückhalt im Gesellschafterkreis genieße", erklärte Norberg.

Dem Rücktritt war ein erbitterter Streit zwischen Media-Saturn-Großaktionär Metro und Minderheitseigner Erich Kellerhals vorausgegangen. Letzterer hatte dem Metro-Konzern öffentlich Versagen vorgeworfen und die Führungsqualitäten von Norberg angezweifelt. "Ich bin in tiefer Sorge darüber, wie Media-Saturn derzeit von der Metro verwaltet wird", erklärte er unter anderem. Mit dem Satz "Wer Angst vor Kontrollverlust hat, ist die falsche Führungsperson für ein dezentral gesteuertes Unternehmen" suchte Kellerhals außerdem auf seiner eigenen Homepage nach einem Nachfolger für Norberg. Der sollte eigentlich noch bis 2015 im Amt bleiben.

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Zwar wies der Metro-Konzern die Anschuldigungen als verwerflich zurück und wetterte gegen die "diversen Eskapaden von Herrn Kellerhals". Doch der entstandene Schaden war wohl nicht mehr gut zu machen.

Starke Online-Konkurrenz

Bei dem seit Jahren tobenden Streit geht es unter anderem um die Expansionsstrategie von Media-Saturn und das Online-Geschäft. Media Markt und Saturn leiden stark unter der Konkurrenz aus dem Netz. Zuletzt waren Umsatz und Gewinn der Kette deutlich zurückgegangen. Branchenkenner rechnen auch für die Zukunft mit Umsatzrückgängen.

In einem Interview kurz vor seinem Rücktritt hatte Norberg selbst das Konzept von großen Elektronik-Märkten angezweifelt. "In der Tat müssen wir uns die Frage stellen, ob unsere bisherigen Flächenkonzepte zukunftsfähig sind", sagte er der "Welt".

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Ende April kündigte er "den größten Wandel unseres Unternehmens seit seiner Gründung" an. Die Idee: Der stationäre Handel in den Märkten von Media Markt und Saturn sollte stärker mit den Online-Shops verknüpft werden. Im Internet bestellte Waren könnten dann etwa umgehend in den Geschäften abgeholt werden.

Auch in seinem Abschiedsschreiben hält Norberg an seinem Kurs fest: "Wir haben die Weichen hin zu einem wirklichen Multichannel-Unternehmen gestellt. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir mit dieser strategischen und organisatorischen Neuausrichtung auf dem richtigen Weg sind."

Um die weitere Ausrichtung des Konzerns soll sich nun Metro-Vorstandsmitglied Pieter Haas kümmern. Er wurde von Metro-Chef Olaf Koch zur Krisenbewältigung geschickt und soll nun vorerst formal die Geschäfte leiten.

Die Ernennung eines neuen Geschäftsführers birgt weiterhin Zündstoff. Denn auf diese Personalie müssten sich die Streithähne Metro und Kellerhals gemeinsam verständigen.

Mit Material von reuters und dpa

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