Wachsender Druck: Karstadt fährt knapp 250 Millionen Euro Verlust ein

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Wachsender Druck: Karstadt fährt knapp 250 Millionen Euro Verlust ein

von Henryk Hielscher

Angesichts schlechter Zahlen bei Karstadt wächst der Druck auf Milliardär Nicolas Berggruen, seinem Unternehmen mit Investitionen aus der Krise zu helfen. Auch für 2012/2013 wird ein Verlust erwartet.

Als der deutsch-amerikanischen Investor  Nicolas Berggruen 2009 die Warenhauskette Karstadt aus der Insolvenz übernahm, wurde der vermeintliche Retter von vielen Mitarbeitern mit Freudentränen empfangen. Drei Jahre später hat sich die Situation grundlegend gewandelt: Als sich Berggruen jüngst zum Jahrestreffen der Freunde des Museums Berggruen in Berlin einfand, um in erlauchter Runde über die schönen Künste und deren Förderung zu parlieren, wurde er von protestierenden Karstadt-Mitarbeitern abgefangen. Ihre Kritik: 2000 Stellen wurden gestrichen. Die Karstadt-Leitung setzte vor kurzem den Tarifvertrag aus. Und statt des erhofften Millionenengagements des Investors soll bis dato kein Cent ins Unternehmen geflossen sein.

Berggruen reagiert zunehmend allergisch auf derlei Vorwürfe. Doch der Druck steigt: Am Wochenende wurden neue Details über die  Finanzsituation des Unternehmens bekannt. Schon April hatte die WirtschaftsWoche über Umsatzrückgänge in allen Geschäftsbereichen und die Korrektur der Mittelfristprognose berichtet. Nun schreibt die „Bild am Sonntag", dass bei Karstadt im vergangenen Geschäftsjahr 2011/12 Verluste von knapp 250 Millionen Euro vor Steuern aufgelaufen seien. Für 2012/13 werde erneut ein Verlust „in niedriger dreistelliger Millionenhöhe" erwartet.

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Warenhauskette Karstadt-Chef Jennings wirft das Handtuch

Der Umsatz der angeschlagenen Warenkette Karstadt ist weiter gesunken. Jetzt muss sich das Unternehmen auch noch nach einem neuen Chef umsehen. Andrew Jennings hat die Nase voll.

Andrew Jennings, der Vorstandsvorsitzende von Karstadt, will seinen Posten loswerden. Quelle: dpa

Für Mitarbeiter, Lieferanten, Warenkreditversicherer und Vermieter dürften die Zahlen nach den Nahtoderfahrungen von 2009 die Alarmglocken schrillen. Entsprechend beeilt sich der   scheidenden Karstadt-Chef Andrew Jennings, Gerüchte über angebliche Liquiditätsschwierigkeiten im Keim zu ersticken. „Tatsächlich haben wir jetzt in diesem Moment einen Bargeldbestand von mehr als 210 Millionen Euro“, lässt sich Jennings zitieren. Zudem habe Karstadt keine Finanzschulden. Hinweise auf einen starken Rückgang des Cashflows erklärt Jennings mit zahlreichen Einmaleffekten, etwa dem Stellenabbau, der mit mehr als 44 Millionen Euro zu Buche geschlagen hätte. Die Umsatzrückgänge seien der „schlimmsten Frühjahrssaison im Modebereich für Einzelhändler in Europa seit vielen Jahren“ sowie Sortimentsanpassungen geschuldet. Aber „der vergleichbare Umsatztrend von April, Mai und Juni“ zeige „eine positive Entwicklung und liegt bereits über dem Vorjahr“, so Jennings.  

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