Warenhaus-Kette: Kaufhof droht der Ausverkauf

Warenhaus-Kette: Kaufhof droht der Ausverkauf

, aktualisiert 17. November 2011, 18:14 Uhr
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Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen will auch Kaufhof übernehmen.

Quelle:Handelsblatt Online

Mehrere Bieter wollen die Warenhaus-Kette Kaufhof übernehmen und haben ihren Hut in den Ring geworfen. Unterdessen beklagt Karstadt-Eigentümer und Kaufhof-Interessent Berggruen die Bevorzugung eines Konkurrenten.

DüsseldorfEs geht um mehr als 100 Warenhäuser mit 23.000 Mitarbeitern in Deutschland. Und es geht um diejenigen, die den Verkauf in der Hand haben. In der Aufsichtsratssitzung der Metro AG kommen an diesem Freitag mehrere heiße Themen auf den Tisch. Der scheidende Vorstandschef Eckhard Cordes wird über den Stand des Verkaufsverfahrens für die Metro-Tochter Kaufhof informieren.

Im Mittelpunkt der Sondersitzung steht nach einer monatelangen Führungskrise die Wahl eines neuen Aufsichtsratschefs. Für dieses Amt kandidiert Franz Markus Haniel. Wahrscheinlich sitzt auch der Nachfolger von Cordes mit am Tisch. Mit Olaf Koch (41) und Joël Saveuse (58) haben zwei Mitglieder des anwesenden Vorstandes gute Chancen. Eine Entscheidung darüber, wer die Metro künftig führen wird und den Kaufhof verkaufen darf, wird aber noch nicht erwartet.

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„Das sollte den Metro-Aufsichtsrat sehr interessieren, wenn er am Freitag tagt“, meint Nicolas Berggruen. Der Karstadt-Eigentümer will auch Kaufhof übernehmen. „Wir haben vor mehr als zwei Wochen einen sehr seriösen Vorschlag gemacht. Wir sind der logische Käufer, denn wir könnten die beiden großen deutschen Warenhausketten unter einem Dach bündeln“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ).

Doch Berggruen plaudert in dem Interview nicht. Berggruen klagt darüber, im Bieterrennen um den Kaufhof werde der Konkurrent Signa bevorzugt. Der Metro-Aufsichtsrat sei verpflichtet, für ein sauberen Verkaufsprozess zu sorgen, der allen seriösen Bietern Einblick in die Bücher gebe. Die österreichische Immobilienholding Signa um René Benko habe mit ihrer Unternehmensprüfung bereits riesigen Vorsprung.

Ohnehin sollte sich nicht mehr Cordes, sondern dessen Nachfolger um den Kaufhof-Verkauf kümmern, legt Berggruen im „FAZ“-Interview nach. Berggruen kontra Cordes - beide prallten im vergangenen Jahr aufeinander nach der Karstadt-Pleite. Während der Metro-Lenker mit einem Teil der Filialen die Metro-Tochter Kaufhof aufwerten wollte, setzte sich Berggruen mit der Karstadt-Komplettübernahme durch.


Kaufhof und Karstadt konkurrieren direkt miteinander

Die direkte Konkurrenz von Kaufhof und Karstadt ist keine einfache Konstellation im Verkaufsprozess. Das sehen auch Branchenbeobachter so. Denn Interessenten bekommen Einblick in intime Unternehmensdaten. „Ich sage nicht, dass wir mit Berggruen keinen Deal machen können, aber wir sollten erst dann volle Transparenz und Einsicht in unsere Bücher geben, wenn wir sicher sind, dass wir mit ihm auch einen Deal machen können“, sagte Cordes in der vergangenen Woche der dpa.

Die beiden Warenhausketten sind heute etwa gleich groß: Karstadt hat 86 Warenhäuser und 26 Sportfilialen und beschäftigt rund 25.000 Mitarbeiter. Kaufhof verfügt in Deutschland über 109 Warenhäuser und 16 Sportfilialen. Außerdem betreibt Kaufhof 15 Warenhäuser in Belgien unter der Marke „Inno“. Die Kölner Metro-Tochter beschäftigte Ende vergangenen Jahres insgesamt 24.500 Mitarbeiter. Die beiden großen Warenhausketten kämen zusammengenommen auf fast 50.000 Beschäftigte.

In vielen Innenstädten sind Karstadt und Kaufhof vertreten, in einigen Straßen liegen die Filialen direkt gegenüber. Berggruen beruhigt, mit dem Pauschalargument Filialschließungen werde unnötig Angst verbreitet. Vielerorts existierten sehr ähnliche Modeketten nebeneinander. „Es ist absolut möglich, auch die Marken Karstadt und Kaufhof entsprechend standortspezifisch zu positionieren“, meint er.

Allerdings räumte Cordes jüngst ein, Metro habe beim Übernahmeplan für Karstadt-Teile 2010 auch geprüft, ob in der Folge einige Kaufhof- Filialen zu schließen gewesen wären. Beim Punkt Standorterhalt kann der Signa-Gründer Benko auftrumpfen, der eine Wachstumsstrategie für Kaufhof in Aussicht stellt. Über die Pläne des Konsortiums um den Warenhausexperten Wolfgang Urban ist noch nichts näheres bekannt. Ein Kaufhof-Verkauf noch in diesem Jahr gilt als unwahrscheinlich.

 

Quelle:  Handelsblatt Online
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