Weihnachtsgeschäft: Ein Freudenfest für Deutschlands Online-Händler

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Weihnachtsgeschäft: Ein Freudenfest für Deutschlands Online-Händler

von Henryk Hielscher

Nicht nur Netzgiganten wie Amazon bescherte das Weihnachtsgeschäft beeindruckende Umsatzzuwächse. Auch deutsche Online-Versender punkteten mit dem Verkauf von Schmuck, Pullovern - und Sex-Spielzeug.

Sex sells – zumindest in der Weihnachtszeit. Über mangelndes Kundeninteresse kann sich Lea-Sophia Cramer, Gründerin des Erotik-Online-Shop Amorelie, dieser Tage kaum beschweren. Sinnliche Adventskalender, pulsierenden Sex-Toys und Abo-Boxen, die die Besteller einmal im Quartal mit Neuheiten der Spielzeugindustrie beglücken sollen, gehörten zu den Rennern im Weihnachtsgeschäft.

Amorelie-Chefin Cramer ist mit dem großen Jahresfinale 2014 denn auch „sehr zufrieden“. „Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Verkäufe in der Vorweihnachtszeit verzehnfacht“, sagt Cramer.

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Derlei Zuwachsraten dürften zwar selbst im notorisch wachstumsverwöhnten Online-Handel zu den Ausnahmeerscheinungen gehören. Doch auch der gesamten Branche dürfte das Weihnachtsgeschäft 2014 einen kräftigen Umsatzschub beschert haben. Online-Primus Amazon sprach bereits von der „bisher besten“ Weihnachtssaison in Deutschland – allen Streiks von Verdi zum Trotz.

Zufrieden zeigte sich auch der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH). „Die optimistischen Erwartungen der Händler zu Beginn der Saison scheinen sich zu bestätigen“, erklärte eine Sprecherin. „Die Umsätze des Weihnachtsgeschäftes 2014 lagen aller Voraussicht nach noch einmal deutlich über denen des Vorjahreszeitraums", betonte sie. Konkrete Zahlen dürften zwar erst in der kommenden Woche vorliegen, doch einzelne Unternehmen haben für wiwo.de bereits eine erste Bilanz gezogen.

Warum die Deutschen Online-Shopper sind

  • Eine Welt ohne Online-Shopping?

    „Aus heutiger Sicht wäre das der Weg zurück in die Steinzeit“, lautete eine Antwort auf diese Frage. E-Commerce hat sich fest in den Alltag der meisten Menschen integriert. Die Deutschen sind insgesamt besonders positiv eingestellt. 61 Prozent der Deutschen Online-Shopper möchten auf diese bequeme Art des Einkaufs nicht mehr verzichten.

  • Faktor Zeit

    „Zu den Zeiten einkaufen, die in mein Leben passen“ nennen in Deutschland vier von fünf Konsumenten als wichtigsten Vorteil. Eine echte Zeitersparnis haben 57 Prozent festgestellt. Mehr Zeit zu haben, empfinden dabei die meisten Deutschen als eine Entlastung im Alltag: 63 Prozent geben an, „viel weniger Stress beim Einkaufen als früher in der Stadt“ zu haben. 55 Prozent geben an, sich entspannter zu fühlen.

  • Faktor Angebotsvielfalt und Preis

    „Genau das Produkt, das ich suche“ finden in der Regel zwei Drittel der Online-Shopper. Und zwar sehr schnell und zum günstigsten Preis. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) gibt an, im Internet oft besonders individuelle Produkte zu finden, 62 Prozent schätzen es, dass sie Produkte finden, „die man im Geschäft beziehungsweise via Katalog nicht bekommen würde“.

  • Faktor Selbstbestimmung

    Die Mehrheit der Käufer erlebt sich im Internet als „empowered consumer“. Zwei Drittel der Online-Shopper halten sich für besser informiert über Angebote und Preise als früher, nutzen gerne Bewertungen anderer Kunden und meinen, dass Konsumenten heute durch Kommentarfunktion und Empfehlungen beim Online- Kauf viel mehr Einflussmöglichkeiten haben.

    Quelle: Studie im Auftrag der Deutschen Post: Einkaufen 4.0  - der Einfluss von E-Commerce auf Lebensqualität und Einkaufsverhalten

So kann Gerald Schönbucher, Chef der Kölner Online-Shoppingplattform Hitmeister, neue Rekordzahlen verkünden: „Der Umsatz der Monate November und Dezember lag in Summe 36 Prozent über dem Vergleichszeitraum des Vorjahrs“, sagt Schönbucher. Zu den Bestellern der Plattform zählten die klassischen Geschenkkategorien wie Unterhaltungselektronik, Uhren und Parfum, aber auch Möbel sowie Küchen und Haushaltsprodukte. Das Weihnachtsgeschäft sei 2014 zwar etwas später gestartet, habe sich dann aber „sehr erfreulich entwickelt“, bilanziert Schönbucher.

Ganz ähnlich klingen die Macher von Dawanda, einer Onlineplattform für Handgemachtes und Designartikel. „Wir können zufrieden auf das Jahr 2014 zurückblicken“, heißt es nach der Hochsaison zum Jahresausklang bei den Berlinern. In den Wochen vor Weihnachten erzielte Dawanda nach eigenen Angaben rund 30 Prozent des Jahresumsatzes. „Die Kategorie Schmuck ist zu Weihnachten in diesem Jahr der unangefochtene Gewinner“, teilt eine Unternehmenssprecherin mit. Ebenfalls beliebt waren Deko- und Einrichtungsprodukte wie individualisierbare Adventskalender.

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Über alle Verkaufsplattformen hinweg, dürfte die Bestellung per Smartphone und Tablets zugenommen haben. Bei About You, dem vor wenigen Monaten gestarteten Online-Modeshop der Otto Group, wurden etwa ein Drittel aller Bestellungen über mobile Geräte getätigt. Insgesamt sei das Team um die About-You-Chefs Benjamin Otto und Tarek Müller „sehr zufrieden“ mit dem Weihnachtsgeschäft, sagt eine Sprecherin. Zu den Bestsellern, sowohl bei Frauen als auch bei Männern, zählten Jacken und Mäntel. Auf Platz zwei folgen bei den Frauen Kleider für die Festtage, bei den Männern dagegen Pullover für die kalten Wintertage. 

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