Weinhandel: Discounter dominieren den Weinmarkt

Weinhandel: Discounter dominieren den Weinmarkt

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Wein ist in Deutschland noch immer beliebt. Im Schnitt trinkt jeder Bundesbürger mehr als 21 Liter.

21,1 Liter Wein trinkt der Deutsche jährlich im Schnitt. Gekauft wird der mehr oder weniger edle Tropfen vornehmlich im Supermarkt für durchschnittlich weniger als drei Euro.

Flasche neben Flasche, Chianti neben Bordeaux und Weißem Burgunder: Das Wein-Angebot in deutschen Supermärkten ist groß und es findet seine Kunden. Der bundesweit größte Weinhändler hat dabei vier Buchstaben: Aldi. Seit Jahren dominieren die Discounter den deutschen Weinmarkt. Beinahe jede zweite Flasche geht über ihre Ladentische.

Aber auch die kleineren Lebensmittelhändler wie Rewe und Edeka legten in den vergangenen Jahren deutlich zu. Mittlerweile haben sie einen Marktanteil von zwölf bis 13 Prozent. „Wir stellen fest, dass immer mehr Filialen der Einzelhandelsketten versuchen, sich über ein gutes Weinsortiment zu profilieren”, sagt Monika Reule, die Geschäftsführerin des Deutschen Wein-Instituts (DWI).

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Auf 74 Prozent ist der Anteil von Supermärkten, größeren Warenhäusern und Lebensmittel-Einzelhändlern am Weinmarkt in den vergangenen Jahren gestiegen. Den Großteil des Weins kaufen die Bundesbürger also längst nicht mehr beim Winzer oder Fachhändler.

Die Weinbauern schrauben den eigenen Verkauf mittlerweile bewusst zurück. “Viele regionale Betriebe liefern direkt in den Handel rein”, sagt Klaus Rückrich vom Deutsche Weinbauverband. Er betrachtet den Supermarkt nicht als Konkurrenz, sondern als Möglichkeit in der Fläche präsent zu sein.

Geschäft von Weinhändlern schrumpft

Schwierig ist das Umfeld für die Fachhändler. Deren Anteil am Weinverkauf liegt zwar wie im Vorjahr bei sieben Prozent, der Absatz ist in den letzten Jahren aber immer weiter zurückgegangen. “Die Fachhändler müssen den Kunden einen Mehrwert bieten, der über den Einzelhandel hinausgeht”, ist Ernst Büscher vom DWI überzeugt. Nur mit Beratung und besonderen Aktionen können sie gegen die Konkurrenz an der nächsten Straßenecke bestehen. Ob es reicht, um den Trend aufzuhalten, ist ungewiss. Den einen Fachmann brauchen die Wenigsten für ihren Einkauf.

“Der Umgang mit Wein ist sehr viel entspannter und unkomplizierter geworden”, erklärt Büscher. “Die Kunden probieren gerne einfach mal aus.” Wer früher sich einmal im Jahr beim Winzer oder Händler seines Vertrauens mit Wein eindeckte, nimmt ihn sich jetzt abends an der Supermarktkasse eine Flasche mit, die zum Abendessen passt.

Auch am Preis lässt sich ablesen, dass der Wein ein Supermarkt-Produkt ist: Manche Sorte gibt es für weniger als einen Euro. 2,84 Euro kostete der Liter 2013 im Durchschnitt. Das ist nicht wirklich teuer, aber zwölf Cent mehr als im Jahr zuvor - ein deutlicher Sprung.

Das sei nicht allein mit gestiegenen Produktionskosten zu erklären, sagt DIW-Mann Büscher: “Wir merken, dass auch im Segment ab fünf Euro die Absatzmenge steigt.” Auch Discounter haben Weine jenseits der zehn Euro und in guter Qualität im Angebot. Aldi kooperiert sogar mit Fritz Keller und wirbt mit seinem Ruf als Spitzen-Winzer, um kaufkräftige Kunden zu locken.

“Bei den Deutschen steigt das Qualitätsbewusstsein”, glaubt Weinbau-Experte Rückrich. “Man weiß, was man an unseren Weinen hat und ist auch bereit dafür zu zahlen.” Dazu passt, dass laut DIW vor allem Weine aus den deutschen Anbaugebieten gefragt sind. Ihr Absatz legte im vergangenen Jahr trotz eines insgesamt leicht rückgängigen Weinmarktes im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent zu.

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