Werner knallhart: Die vier unappetitlichsten Frühstücks-Irrtümer

kolumneWerner knallhart: Die vier unappetitlichsten Frühstücks-Irrtümer

Kolumne von Marcus Werner

Gepflegt zu frühstücken ist nichts für Anfänger. Hier ein paar sehr subjektive Verbesserungsvorschläge für einen neu überarbeiteten Start in den Tag.

Ich habe mit meiner lieben Mutter einen Deal. Wenn sie mir beim Frühstück sagt, ich solle doch mehr essen und ob ich denn abnehmen wolle, weil ich Portionen verdrücke wie ein Spatz und dass man den Tag doch gut gestärkt beginnen solle, dann reise ich ab.

Denn mindestens genauso wichtig ist es doch, seinen Tag ohne pochenden Hals zu beginnen. Gerade auf nüchternen Magen. Und ich habe auch auf Familienfeiern morgens einfach keinen Hunger. Aber das möchte ich lieber später vertiefen. Stichwort Emotionen. Es gibt ja noch schöne andere Irrtümer beim Frühstück:

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Irrtum 1: Was Bäckereien Croissants nennen, sind Buttercroissants

Ich will gar nicht darauf eingehen, dass Croissants Kalorienbomben sind. Gut und gerne 300 Kcal stopft man sich mit einem Croissant rein. Zum Vergleich: Eine Brezel kommt auf rund 175 Kcal. Naja.

„Croissants“ dürfen mit billigem Plattenfett gemacht werden. Diese Pflanzenfette enthalten nicht nur ungesunde Transfettsäuren, sondern sie erzeugen auch diesen berühmten Margarine-Fettfilm am Gaumen. Dieses Ngangngan-Gefühl.

Cornflakes Das Frühstück der Neunziger kommt zurück!

Cornflakes kommen vielen Menschen nicht mehr in die Schüssel: zu ungesund. Doch in Großstadtcafés erleben die Kultflocken eine Renaissance.

In Großstädten erleben Cornflakes eine Renaissance. Quelle: Getty Images

Aber wenn man sich schon etwas so fettiges gönnt wie ein Croissant, dann sollte es auch lecker sein. Und ein ordentliches Croissant ist doch einfach das „Buttercroissant“. Das darf zwar Butteraroma enthalten, wird aber immerhin auch wirklich mit Butter hergestellt.

Doch ein polnischer Bekannter sagte mir kürzlich: „Ihr Deutschen formt die perfekten Croissants. Aber die schmecken wie Brot.“ Und wenn Sie mich fragen: Vieles, was da so bei den Bäckern in der Auslage liegt, ist wirklich eher eine Croissant-Parodie. Eine Frühstücks-Frechheit.

Haben Sie mal darauf geachtet, wie die deutschen Croissants aussehen? So, als wollte man den Franzosen sagen: „Kinners, guckt mal her, wir pusten euer mickriges Croissant jetzt mal auf, dann sieht das doch schon nach viel mehr aus. Und damit das nicht so krümelt, darf es natürlich nicht knusprig sein. Wie soll man das Riesending sonst beim Autofahren essen? Und glänzen sollte es auch nicht so blöd. Das macht dann auch keine Flecken. Und fertig ist ein deutsches Milchbrötchen in Hörnchenform.

Fragen Sie mal einen Franzosen: Ein Croissant muss außen knusprig glänzen und innen fett und weich sein. Der Teig darf sich noch ein bisschen in fluffigen Lagen ziehen, wenn man es bricht, und wenn ein Croissant ordentlich gebacken ist, dann braucht man auch keine Marmelade. So viel zu den Kalorien.

Gastrosophie Wer gut isst, kann besser denken

Gastronomen entdecken den antiken Gedanken vom „guten Leben“ und verbinden Bio-Lebensmittel aus der Region mit Kunst und Kultur. Der ganzheitliche Blick auf Ernährung wird gerade landesweit wiederentdeckt.

Gastrosophie: Essen und Denken. Quelle: Werner Schuering für WirtschaftsWoche

Irrtum 2: Müsli zum Frühstück ist besser als Sahnetorte

Wieviel soll der Staat regeln? Soll er eine Steuer auf süße Getränke erheben, je nach Zuckergehalt, so wie es in anderen Ländern schon üblich ist? Und was ist mit der Besteuerung von Müsli? Jaha, Müsli! Was da mitunter als Müsli verkauft wird, erinnert eher an Keks-Bruch.

Beispiel: Kennen Sie diese schwedischen Haferkekse, die im Karton mit Klarsichtfolie verkauft werden? Diese Kekse kommen auf 490 Kcal auf 100 Gramm. Und jetzt nehmen wir mal das geröstete Bio-Knuspermüsli „Dinkel-Hafer-Crunchy“ von Alnatura, wie sie es etwa bei dm finden. 437 Kcal! 13 Prozent Zucker! Reine Haferflocken haben von Natur aus nur gut 1 Prozent Zucker. Was unterscheidet das Crunchy dann noch von Keksen?

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