Werner knallhart: Hilfe, ich finde einfach kein gutes Portemonnaie!

kolumneWerner knallhart: Hilfe, ich finde einfach kein gutes Portemonnaie!

Kolumne von Marcus Werner

Seit jeher sind meine Geldbeutel ein Kompromiss zwischen dem, was ich will, und dem, was es gibt. Und ich kenne keinen, der mit seinem richtig zufrieden ist. Wann sind wir den sperrigen Ballast endlich los? Eine Kolumne.

Wenn es auf der Welt einen Ort gibt, an dem sich zeigt, dass Konsum allein nicht glücklich macht, dann ist das der Geldbeutel-Grabbeltisch in der Lederwarenabteilung bei Karstadt und Kaufhof. Im Bemühen, Geld dafür ausgeben zu können, Geld aufheben zu können, graben sich die Kunden gelangweilt durch Berge muffig riechender Geldbeutel, Kartenetuis und Brieftaschen.

Und man sieht es den desillusioniert herabhängenden Gesichtern schon an: Keiner glaubt wirklich, das perfekt passende Täschchen zu finden. Man wühlt halt, findet es irgendwie alles unpraktisch und dann geht man wieder. Und es ist wahr: Immer stimmt irgendwas nicht. Irgendein Detail am Portemonnaie ist mindestens immer so lala, wenn nicht gar richtig Mist. Das liegt natürlich auch an den hohen Ansprüchen, die wir mittlerweile an das haben, was wir in der Hosentasche/Handtasche mit uns herumschleppen. Dank Smartphone.

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Wo die Deutschen gerne mit dem Smartphone zahlen würden

  • An Tankstellen

    33 Prozent der befragten Personen würden ihr Smartphone gerne nutzen, um an Tankstellen zu bezahlen.

  • Im Öffentlichen Personennahverkehr

    33 Prozent der befragten Personen würden ihr Smartphone gerne nutzen, um im Öffentlichen Personennahverkehr zu bezahlen.

  • In Supermärkten und Drogerien

    30 Prozent der befragten Personen würden ihr Smartphone gerne nutzen, um in Supermärkten und Drogerien zu bezahlen.

  • In lokalen Geschäften

    29 Prozent der befragten Personen würden ihr Smartphone gerne nutzen, um in lokalen Geschäften wie Elektronik- oder Modehändlern zu bezahlen.

  • In der Gastronomie

    29 Prozent der befragten Personen würden ihr Smartphone gerne nutzen, um in der Gastronomie zu bezahlen.

  • In Online-Shops

    27 Prozent der befragten Personen würden ihr Smartphone gerne nutzen, um in Online-Shops zu bezahlen.

  • Im Taxi

    25 Prozent der befragten Personen würden ihr Smartphone gerne nutzen, um im Taxi zu bezahlen.

  • Bei Rechnungszahlungen

    23 Prozent der befragten Personen würden ihr Smartphone gerne für Rechnungszahlungen nutzen.

  • An Kiosken

    15 Prozent der befragten Personen würden ihr Smartphone gerne nutzen, um an Kiosken zu bezahlen.

  • Methodik

    Auswahl der Interviews: 1002 Interviews in Deutschland

    Grundgesamtheit: Personen in Privathaushalten in Deutschland ab 14 Jahren

    Erhebungsmethode: Befragungen durchgeführt als Telefoninterviews

    Herausgeber: Yapital Financial AG

Das vereint mittlerweile bekanntlich alles vom Telefon über ein Satellitennavigationssystem bis zur Videothek für unterwegs. Und wenn ich am Hüftknochen die ganze perfekt auf meine Wünsche zugeschnittene Welt mit mir herum trage, warum sollte ich mich dann an der rechten Pobacke mit irgendeinem Kompromiss zufriedengeben?

Das perfekte Portemonnaie

Warum? Nun, weil mir nichts anderes übrig bleibt. Wir Menschen können zwar den Pluto von hinten und von vorne fotografieren, aber ein richtig cleveres Portemonnaie ist wohl zu viel verlangt. Man hat den Eindruck, Portemonnaie-Hersteller haben sich noch nie gefragt, wozu wir Menschen diese Dinger eigentlich brauchen. Sie glauben, je mehr Leder, je mehr Plastiksichtfenster, je mehr Reißverschlüsse und Druckknöpfe ihre Geldbeutel zu bieten haben, desto begeisterter sind die Kunden.

Nach Logik der meisten Geldbeutel-Designer muss die Gipfel der Gefühle offenbar sein: ein Etui von der Dicke des Telefonbuchs von Hamburg und auseinander geklappt von der Größe eines Bierzeltes. Es ist aber doch anders: Das perfekte Traum-Portemonnaie hat eine Größe von 0 auf 0 auf 0 Millimetern und wiegt 0 Gramm.

Gadget Nie wieder die Geldbörse verlegen

Ein amerikanisches Startup hat auf der Plattform Kickstarter kräftig Unterstützung erhalten. Mit dem Geld soll ein Produkt entwickelt werden, das dafür sorgt, dass das Smartphone auf das Portemonnaie aufpasst.

Dieser kleine Chip für das Portemonnaie hat auf der Plattform Kickstarter eine finanzielle Unterstützung von über 40.000 Dollar erhalten. Copyright: SmartWallit Quelle: Presse

Alles darüber hinaus ist nur der Realität geschuldet. Und die sieht so aus: Es muss immer mehr rein. Denn auf der einen Seite werden wir das lästige Bargeld nicht los und schleppen sogar noch Münzen mit uns herum, die so klein sind wie eine Haferflocke, aber weniger wert sind. Und zum anderen wirft uns der Handel seit Neuestem mit Kundenkarten zu.

Nun könnte man sagen: Dann macht man diesen Quatsch einfach nicht mit. Man lässt die 1-Cent-Münzen einfach an der Supermarktkasse zurück oder wirft sie in den Gulli. Und die Kundenkarten mit den zehn Stempeln für den kostenlosen Kaffee fasst man gar nicht erst an.

Aber das wäre ja nicht nur arrogant, sondern gar verschwenderisch. Rechnen Sie mal: Wer pro Woche in den Mittagspausen fünf Kaffee-Stempel bekommt, trinkt etwa zwei Cappuccinos pro Monat kostenlos. Das ist eine Ersparnis von gut und gerne sechs Euro pro Monat, also 72 Euro im Jahr. Soll man dieses Geld zum Fenster rausschmeißen für eine Kundenkarte weniger am Hintern? Die Kundenkarten fürs Café, für den Supermarkt, für diverse Carsharing-Anbieter, die Salatbar sind also ein Fakt.

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8 Kommentare zu Werner knallhart: Hilfe, ich finde einfach kein gutes Portemonnaie!

  • Sobald wir nicht nur steuerlich - ca. 75% werden uns monatlich über Steuern, Abgaben, Gebühren und Sozialversicherungsbeiträge ja bereits gestohlen - sondern vollständig überwachte, rechtlose und abhängige Arbeitssklaven sind. Vielleicht ist das für Sie erstrebenswert, für jeden, der gebildet, nicht nur ideologisch geschult ist, ist dieser sozialistische Traum das, was es wirklich ist: Knechtschaft.

  • Kein passender Geldbeutel - was für eine lächerlich-oberflächliche Einleitung zu diesem folgenschweren Thema. Die Abschaffung des Bargelds bedeutet einen schweren Eingriff in die letzte verbliebene Privatsphäre der Bürger. Der Artikel ist reiner Lobbyismus und an Naivität kaum zu überbieten. Seinen Geldbeutel kann der Autor heute bereits zu Hause lassen. Die Folgen einer bargeldlosen Welt aber werden enorme Kosten in Form von Negativzinsgebühren auf alle Guthaben und die lückenlose Überwachung des Einzelnen durch den Staat sein. Nebenbei erlaubt dies weitere folgenlose Finanzschlamperei der Staaten und Willkür in allen Bereichen... Sozialismus pur... das wäre knallhart.

  • Marcus Werner, der beflissene Propagandist für die Abschaffung des Bargelds
    will uns wohl veräppeln, wenn er gegen Geldbörsen agitiert, die gut organisiert und praktisch sind.

    Bargeld ist Freiheit und wird von oben und unten angegriffen. Abschaffung der Cent-Stücke und Obergrenze für Barzahlungen.

    Machen wir mobil gegen diesen Unsinn!

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