Westfälisches Schlachtunternehmen: Steuer- und Zollfahnder durchsuchen Fleischkonzern Tönnies

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Clemens Tönnies, Chef des Fleischkonzerns und Schalke 04 -Boss.

von Mario Brück

Laut Informationen der WirtschaftsWoche durchsuchen seit Dienstagmorgen rund 30 Beamte der Steuer- und Zollfahndung Bielefeld Büros im Verwaltungsgebäude der Tönnies-Holding in Rheda-Wiedenbrück. Der westfälische Milliardenkonzern ist Deutschlands größtes Schlachtunternehmen. 

Seit 9.30 Uhr nehmen die Beamten in mehreren Büros Einsicht in Akten und führen Gespräche mit Mitarbeitern. Ein Sprecher des Unternehmens wollte sich zu Details der Durchsuchungsaktion nicht äußern, bestätigte aber die Informationen der WirtschaftsWoche: „Es geht um steuerrechtliche Fragen, die teilweise zurück gehen bis ins Jahr 2004. Wir werden sie einmal mehr gemeinsam mit den Beamten sachlich abarbeiten und eventuelle Kritik auch widerlegen. So wie wir das bekanntermaßen in der Vergangenheit mehrfach erfolgreich getan haben.“

Der Konzernsprecher zeigte sich verwundert über das Vorgehen der Beamten. „Wir sind zu diesen Sachverhalten bereits seit langer Zeit in Gesprächen mit den Behörden.“

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In Unternehmenskreisen wird der Verdacht geäußert, dass Robert Tönnies und sein Anwalt Mark Binz in Verbindung mit der überraschenden Durchsuchungsaktion stehen könnten. Robert Tönnies und sein Anwalt waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Zwischen dem Tönnies-Chef und Schalke 04 -Boss Clemens Tönnies und seinem Neffen Robert Tönnies schwelt seit Jahresbeginn ein Kampf um die Macht im Familienunternehmen. Beide halten 50 Prozent am Fleischkonzern. Während Clemens Tönnies für sich ein doppeltes Stimmrecht beansprucht, dass ihm freie Hand bei Entscheidungen lässt, fordert sein Neffe die Schenkung eines Fünf-Prozent-Anteils zurück, die ihm die alleinige Macht im Unternehmen bringen würde.

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Machtkampf bei Tönnies

Bei der Durchsuchungsaktion soll es offenbar auch um Akten des Vereins Aktion Kinderträume gehen, die von Clemens Tönnies gegründet wurde. Hier gehen die Beamten offenbar dem Hinweis nach, es könnte zu Interessensvermengungen zwischen dem Verein, dessen Schirmherrin die Ehefrau von Clemens Tönnies ist, und dem Unternehmen gekommen sein. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bielefeld dementierte einen Zusammenhang mit der Aktion Kinderträume.

Der Verein kümmert sich um schwerkranke Kinder und deren Eltern in Not. Das Unternehmen und die Mitarbeiter unterstützen den Verein tatkräftig, um den kranken Kindern zu helfen. Dem Neffen sei dieses Engagement offensichtlich eher nicht so recht gewesen, hatten Kenner des Unternehmens geäußert.

Im Vorstand der Aktion Kinderträume sind neben Clemens Tönnies und Managern des Lebensmittelhändlers Rewe auch der ehemalige Wirtschaftsminister Karl-Heinz Funke, der ehemalige Schalke 04-Boss Josef Schnusenberg sowie Bayern München-Präsident Uli Hoeneß.

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