YouGov BrandIndex: Aldi fällt vom Thron

kolumneYouGov BrandIndex: Aldi fällt vom Thron

Kolumne von Holger Geißler

Kaum ein Handelsunternehmen war in den vergangenen Jahren so erfolgreich und so beliebt bei den Verbrauchern wie Aldi. Nach den aktuellen Spionagevorwürfen gerät dieses Kapital nun in Gefahr: Aldi verliert deutlich an Sympathie.

Zahllose Gerüchte ranken sich um Aldi und dessen Gründer Theo und Karl Albrecht. Doch ganz egal wie viel Wahrheit darin steckt, Fakt ist: Die Erfolgsstory des Lebensmitteleinzelhändlers ist beispiellos. Aldi ist das Kunststück gelungen, sich gleichzeitig als günstigster wie auch als Qualitätsanbieter zu etablieren und hatte im Vergleich zu Konkurrenten jahrelang die Nase vorn.

Wie sich die Zeiten ändern können, zeigt eine aktuelle Markenanalyse auf Basis des Markenmonitors YouGov BrandIndex. So hat die Marke im Rahmen der aktuellen Vorwürfe in Bezug auf Spionage und schlechte Arbeitsbedingungen massiv an Beliebtheit verloren. Die Imagewerte von Aldi sind innerhalb weniger Tage um rund 30 Prozent auf nur noch 44 BrandIndex-Punkte eingebrochen. Das ist insofern überraschend, da der BrandIndex-Wert von Aldi in den letzten Jahren fast unverändert positiv stabil gewesen ist.

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Dass dies wahrscheinlich nicht nur ein kurzfristiger Einbruch sein dürfte, zeigt der so genannte ebenfalls ermittelte Buzz: Im Unterschied zu den langfristig orientierten und auf mehreren Dimensionen basierenden Imagewerten ist dieses Kriterium ein Zeichen dafür, wie positiv oder negativ eine Marke ganz aktuell wahrgenommen wird. Der Buzz von Aldi, der zuvor positiv ausgeprägt war, ist aktuell sogar in den negativen Bereich gerutscht. Da dies auch ein Indikator für die weitere Imageentwicklung ist, ist im Falle von Aldi von einer längerfristigen Imageschwäche auszugehen.

Vor dem Skandal schien die Marke schon geschwächt

Interessant ist auch ein Blick auf die verschiedenen Verkaufsregionen Nord und Süd - schließlich richteten sich viele Vorwürfe in erster Linie gegen Aldi Süd. Vergleicht man, wie Verbraucher in den jeweiligen nördlichen und südlichen Gebieten Aldi bewerten, wird zunächst einmal deutlich, dass Aldi bei Verbrauchern im Süden beliebter ist als im Norden.

So erreicht Aldi im Süden nach den massiven Verlusten aktuell 48 und im Norden 34 BrandIndex-Punkte. Doch wie der Verlauf der Werte in den vergangenen Tagen zeigt, verliert Aldi in ganz Deutschland ähnlich stark an Beliebtheit.

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Für Aldi ist diese Entwicklung problematisch, denn bereits vor dem aktuellen Skandal schien die Marke geschwächt. Einst der beliebteste Lebensmitteleinzelhändler der Deutschen, pirschten sich Rewe und insbesondere Edeka immer näher an Aldi heran. Bereits vor dem aktuellen Aldi-Skandal konnten Edeka und Rewe mit ihren klassischen Supermärkten die Verbraucher offenbar bereits eher begeistern als Aldi, denn Aldi rutschte im Ranking bereits nach hinten.

Der erneute Rückfall im Ranking dürfte Aldi nachhaltig schwächen und sich möglicherweise auch auf den Umsatz auswirken.

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