YouGov BrandIndex: Amazon vom Thron gestoßen

ThemaEinzelhandel

kolumneYouGov BrandIndex: Amazon vom Thron gestoßen

Bild vergrößern

Im vergangenen Jahr gehörte Amazon zu den beliebtesten Marken überhaupt, jetzt rangiert er im Mittelfeld.

Kolumne von Holger Geißler

Amazon gehörte zu den beliebtesten Marken der Deutschen überhaupt. Amazon war 2012 der Top-Performer im Bereich E-Commerce. Und Amazon war einer der beliebtesten Einzelhändler. Das alles wird dieses Jahr nicht mehr so sein. Die Berichte über die schlechten Arbeitsbedingungen haben dem Image des größten Online-Händlers nachhaltig geschadet.

Wenn Weihnachten vorbei ist, freut sich der Handel auf Ostern. Das gilt schließlich als zweitwichtigster Kauf- und Schenkanlass des Jahres. So werden inzwischen nicht nur Süßigkeiten, sondern auch Parfum, Spielzeug und Elektronikgeräte verschenkt. Und wie immer gilt: Wenn die Deutschen in Kauflaune sind, freut sich der größte Online-Händler Amazon. Normalerweise. Zurzeit dürfte Amazon allerdings noch damit beschäftigt sein, alte Wunden zu versorgen.

Großer Fall

Anzeige

Der ARD-Bericht über die schlechten Arbeitsbedingungen bei Amazon hat den Online-Händler schwer getroffen. Im YouGov-Markenmonitor BrandIndex ist das Image von Amazon so schwer eingebrochen wie das selten mit einer so beliebten Marke in so kurzer Zeit passiert ist. Seit Mitte Februar hat der amerikanische Online-Händler innerhalb eines Monats 45 Imagepunkte verloren. Dieser Verlust wirkt bei Betrachtung der langfristigen Entwicklung umso dramatischer: Mit durchschnittlich 87 BrandIndex-Punkten erreichte Amazon im vergangenen Jahr den ersten Platz im BrandIndex-Top-Performer-Ranking 2012 (Bereich E-Commerce). Auch gehörte der Online-Händler im vergangenen Jahr zu den beliebtesten Marken der Deutschen überhaupt. Jetzt rangiert er im Mittelfeld, mit einem schlechteren Image als Ebay, Weltbild und Otto.

YouGov BrandIndex 2012 Das sind die Lieblingsmarken der Deutschen

Einige deutsche Marken stehen wie ein Fels in der Brandung - andere müssen ihre Top-Position plötzlich der Konkurrenz überlassen. Welchen Häusern die Deutschen treu bleiben und bei welchen Newcomern sie schwach werden.

Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Wer das ganze etwas optimistischer sehen will, kann im BrandIndex erkennen, dass es ab Mitte März mit dem Image von Amazon wieder etwas aufwärts geht: fünf Imagepunkte in zehn Tagen. Von einem beginnenden Aufwärtstrend kann hier aber bei weitem noch nicht die Rede sein. Erstens zeigen andere Beispiele im BrandIndex, dass es Jahre dauern kann, bis solche Imageschwächen überwunden sind. Und zweitens ist der ebenfalls gemessene Indikator "Buzz" mit -24 Punkten nach wie vor deutlich im negativen Bereich. Der Buzz drückt aus, ob und in welchem Ausmaß eine Marke positiv oder negativ im öffentlichen Gespräch ist.

Ebay jetzt vor Amazon

Die Konkurrenten können von Amazons Schwäche nicht profitieren. Tendenziell verlieren sie ebenfalls an Image. Vielleicht wirkt sich der Imageverlust des größten Online-Händlers sogar auf die kleineren aus. In anderen Branchen war dieses Phänomen in Einzelfällen schon zu beobachten. Ebay etwa erreichte Mitte Februar noch +54 Punkte, jetzt sind es +51. Trotz des Verlustes erreicht Ebay jetzt aber bessere Imagewerte als Amazon. Das war noch nie der Fall, seit die beiden Marken im BrandIndex gelistet sind.

Weitere Artikel

Ein zumindest temporärer Zusammenhang ist auch zwischen Amazons Image-Verlust und dem von Zalando zu erkennen. Der Online-Modeshop verliert seit Mitte Februar zehn Imagepunkte und erreicht jetzt nur +1 Punkt im BrandIndex. Die Gründe für das schlechte Image dürften den von Amazon ähneln: Schlechte Arbeitsbedingungen. Der Konkurrent Mirapodo ist auf ähnlichem Niveau: Das Image ist lediglich um zwei Punkte besser.

Karstadt holt auf

Gute Werte mit jeweils mehr als +60 Imagepunkten erreichen zurzeit Hugendubel, Thalia, Galeria Kaufhof und buecher.de. Aufwärts geht es mit der Kaufhaus-Kette Karstadt. Die Marke hatte im August 2012 ihren Image-Tiefpunkt erreicht. Seitdem hat sie zwölf Punkte aufgeholt. Buch.de, Saturn, Otto und MediaMarkt erreichen Werte um die +50 Punkte und sind damit im Mittelfeld angesiedelt. Für sie alle gilt: Ihr Image ist solide, aber nicht glänzend – und doch zurzeit besser als das von Amazon.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%