Zalando: Der Online-Modehändler wächst langsamer

Zalando: Der Online-Modehändler wächst langsamer

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Zalando schreibt sechs Jahre nach Gründung 2014 erstmals schwarze Zahlen

von Henryk Hielscher

2000 neue Jobs, mögliche Zukäufe, erstmals Gewinne - beim Berliner Online-Modehändler Zalando scheinen die Geschäfte bestens zu laufen. Doch ausgerechnet im Heimatmarkt Deutschland bröckeln die Wachstumsraten.

Zalando-Vorstand Rubin Ritter war voll des Lobes für das eigene Unternehmen: „Wir haben uns für die Champions League qualifiziert", sagte Ritter bei einer Telefonkonferenz zur Bilanz des Unternehmens für 2014. Zalando habe eine neue Stufe erreicht.

Erstmals hat das Unternehmen schwarze Zahlen geschrieben. "Unser Ehrgeiz wird sein, uns künftig mit den großen weltweiten E-Commerce- und Internetplattformen wie Amazon, Google und Alibaba zu vergleichen“, sagte Ritter und kündigte den Aufbau zusätzlicher Arbeitsplätze an. Noch im laufenden Jahr sollen 2000 neue Jobs entstehen. Die Zahl der Mitarbeiter werde bis Ende 2015 auf etwa 10.000 steigen.

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Tatsächlich klingen die Geschäftszahlen des Berliner Boutiquen-Schrecks für 2014 in jeder Zeile nach Erfolg – wären da nicht die Ausführungen zur sogenannten DACH-Region, also dem Kernmarkt Deutschland, Österreich und Schweiz.

Mehr als die Hälfte des Jahresumsatzes von 2,2 Milliarden Euro erzielt Zalando in den deutschsprachigen Ländern. Hier gab es 2014 ein Plus von 17 Prozent. Was zunächst nach strammen Zuwachsraten klingt, relativiert sich beim Blick auf die Branche. Nach den jüngsten Zahlen des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel stieg der E-Commerce-Umsatz mit Bekleidung im vergangenen Jahr deutschlandweit um knapp 20 Prozent. Damit blieb Zalando ausgerechnet in seinem Kernmarkt hinter dem Branchenwachstum zurück.

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Und Besserung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Seit dem zweiten Quartal 2013 sinken Zalandos Wachstumsraten in der DACH-Region jedes Quartal. Damals war Zalando im Vergleich zum Vorjahresquartal noch um knapp 50 Prozent gewachsen. Im vierten Quartal 2014 konnte das Unternehmen immerhin noch um 28,8 Prozent zulegen. Im Schlussquartal 2014 verbuchte Zalando hingegen nur noch ein Plus von 12,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

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Dass die Bilanz für das gesamte Unternehmen erbaulicher ausfällt, ist dem Europa-Geschäft jenseits der DACH-Region geschuldet, wo Zalando um 37 Prozent zulegte. Allerdings ist die Marge hier trotz einer Verbesserung anders als im deutschsprachigen Raum weiter negativ. Zudem lässt auch europaweit das Wachstumstempo spürbar nach.

Trotzdem gibt sich Vorstand Ritter optimistisch. Für 2015 peilt Zalando an, den Umsatz um 20 bis 25 Prozent zu erhöhen. "Wir werden jetzt nicht den Fuß vom Gas nehmen, nicht mal ansatzweise", betonte Ritter. Das Umsatzpotenzial des Mode-Händlers verortet er schon mal bei rund zehn Milliarden Euro. Einziges Problem: „Wir wissen nicht, wann wir da hin kommen“. 

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