Zwangsversteigerung: Schlecker-Familie bietet auf eigene Villa

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Zwangsversteigerung: Schlecker-Familie bietet auf eigene Villa

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Ermittler transportieren aus dem Anwesen Anton Schleckers in Ehingen Akten ab. Es geht um den Verdacht der Untreue, Insolvenzverschleppung und des Bankrotts.

Die Villa von Anton Schlecker in Ehingen soll zwangsversteigert werden. Laut einem Bericht bietet dabei jetzt auch die Schlecker-Familie selbst mit.

Die Familie Schlecker kämpft um ihren Familiensitz. Das berichtet die "Bild"-Zeitung. Demnach sollen die Angehörigen des Drogeriemarkt-Gründers beim Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz ein Millionenangebot für den Rückkauf des Hauses abgegeben haben. Weitere Interessenten gibt es demnach bislang nicht.

Das Gebot mutet seltsam an, fanden sich auf Anton Schleckers Privatkonto zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung nur noch 18.000 Euro. Laut einem Bericht der Insolvenzverwaltung waren damals auch keine weiteren Bankguthaben oder Bargeldbestände bekannt. Insolvenzverwalter Geiwitz hofft auf geheime Millionen bei der Unternehmerfamilie.

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„Sie können sicher sein, dass jeder Insolvenzverwalter sich freuen würde, wenn die Staatsanwaltschaft noch etwas findet“, sagte Geiwitz den „Stuttgarter Nachrichten“ Mitte August. „Würde die Staatsanwaltschaft zum Beispiel 50 Millionen Euro auf irgendeinem Konto finden, hätte der Insolvenzverwalter den zivilrechtlichen Anspruch, dieses Geld zurückzufordern und an die Gläubiger zu verteilen.“

Im Zuge der Insolvenz des Schlecker-Imperiums ging auch das Haus der Familie, eine Villa in Ehingen an der Donau, in die Insolvenzmasse ein. Anton Schlecker hatte das Anwesen im August 2009 an seine Ehefrau übertragen, die Staatsanwaltschaft Stuttgart prüft derzeit, ob Schlecker 2009 schon die bevorstehende Pleite vorhergesehen hat und deswegen den Großteil seines Vermögens an Familienmitglieder übertrug.

Da die Eheleute Schlecker Gütertrennung vereinbart haben, hoffte Anton Schlecker wohl, dass die Gläubiger so keinen Zugriff darauf hätten. Doch die Villa, deren Wert auf acht Millionen Euro geschätzt wird, wird trotzdem zwangsversteigert - nach deutschem Insolvenzrecht werden Schenkungen aus den letzten fünf Jahren rückabgewickelt.

Die Vorwürfe im Verfahren gegen Anton Schlecker

  • Insolvenzverschleppung

    Dieser Straftatbestand besagt im Kern, dass im Falle einer Firmenpleite Geld- oder Freiheitsstrafen drohen, wenn die Insolvenz „nicht, nicht richtig oder nicht rechtzeitig“ bei Gericht angezeigt wird. Es gibt jedoch eine Einschränkung: Anders als etwa bei einer GmbH oder einer Aktiengesellschaft greift das Gesetz nicht für den eingetragenen Kaufmann (e.K.), weil der nämlich keine juristische Person ist. Beim Dachunternehmen Anton Schlecker e.K. ergibt sich somit keine Handhabe, sehr wohl aber bei den Tochterfirmen IhrPlatz und Schlecker XL, die als GmbH & Co. KG beziehungsweise GmbH firmierten.

  • Untreue

    Kann laut Paragraf 266 im Strafgesetzbuch vorliegen, wenn jemand die ihm anvertraute Macht missbraucht und die Pflicht zur Betreuung eines Vermögens verletzt. Bei dem Geschäftsführer einer Firma kann das zum Beispiel der Fall sein, wenn er Firmenvermögen unter Wert verkauft und so nicht den Gegenwert erzielt, wie es seine Pflicht gewesen wäre. Es drohen fünf Jahre Haft oder Geldstrafen.

  • Bankrott

    Dieser Straftatbestand hängt eng mit einer Insolvenz zusammen, denn „wer bei Überschuldung oder bei drohender oder eingetretener Zahlungsunfähigkeit“ beispielsweise Werte für die mögliche Insolvenzmasse zur Bedienung der Gläubiger verheimlicht oder verschwinden lässt, dem drohen bis zu fünf Jahre Haft oder Geldstrafe. Belangt werden kann auch jemand, der die Bücher einer Firma nicht oder nicht ausreichend führt oder aufbewahrt.

Die Ermittlungen wegen des Verdachts des Bankrotts, der Untreue und der Insolvenzverschleppung werden nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch Monate in Anspruch nehmen. Mit Unterstützung des Landeskriminalamtes wird derzeit umfangreiches Beweismaterial ausgewertet, das Mitte Juli nach einer Durchsuchung der Geschäfts- und Privaträume der Familie Schlecker in Ehingen und zehn weiterer Verdächtiger beschlagnahmt wurde

Schlecker hatte im Januar Insolvenz angemeldet, die letzten deutschen Filialen schlossen Ende Juni endgültig ihre Türen.

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