Handelsblatt CFO-Kongress: Der Brexit erschwert die Planung

Handelsblatt CFO-Kongress: Der Brexit erschwert die Planung

, aktualisiert 13. Juli 2017, 17:34 Uhr
von Christian SchnellQuelle:Handelsblatt Online

Welche Auswirkungen der Brexit haben wird, ist für Unternehmen noch immer nicht zu kalkulieren. Beim CFO-Kongress des Handelsblatts sagt Simone Menne von Boehringer Ingelheim, dass es nur eine Reaktionsmöglichkeit gebe.

MünchenDie Entscheidung der Briten ist vor mehr als einem Jahr gefallen, die Konsequenzen für den Rest Europas sind jedoch noch immer nicht absehbar. Gerade das macht die Planung für Finanzvorstände so schwer. „Investitionen sind bei uns schließlich auf 20 bis 30 Jahre angelegt“, berichtet Ute Wolf, Finanzchefin beim Spezialchemieunternehmen Evonik aus der Praxis.

Der zweite Tag des Handelsblatt CFO-Kongresses stand am Donnerstag ganz im Zeichen der zunehmenden politischen Unsicherheiten und ihren Auswirkungen auf die Finanzpolitik in deutschen Konzernen. Dabei ist der Chemiesektor längst nicht der einzige, der auf Jahrzehnte hinweg planen muss.

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Simone Menne, Ex-CFO bei der Lufthansa und nun für die Finanzen beim Pharmahersteller Boehringer Ingelheim zuständig, sieht deshalb als einzige Möglichkeit, in Szenarien zu denken. Das gelte sowohl für die Luftfahrt als auch für die Pharmabranche.

Hoffnung darauf, dass es womöglich weniger schwierig werden könnte, nachdem die Briten bei der jüngsten Wahl der Regierung um Theresa May einen Dämpfer versetzt haben, macht Klaus-Peter Gushurst den Finanzchefs nicht. Der Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft PwC rechnet damit, dass für deutsche Firmen in der Zusammenarbeit mit Großbritannien noch fünf bis acht Jahre lang extreme Unsicherheit herrschen wird. „Die Auswirkungen sind fatal, trotzdem müssen die Unternehmen sehr schnell handlungsfähig sein“, beschreibt Gushurst den Spagat, den Praktiker bewältigen müssen. Bei den verantwortlichen Gremien in London habe er zuletzt „nackte Panik“ erkannt.

Wenig Hoffnung auf Planungssicherheit macht ebenso ein Experte mit einem anderen Blickwinkel als Gushurst. „Wir werden auch in zwei Jahren kein Freihandelsabkommen mit Großbritannien haben“, ist sich Michael Heise, Chefvolkswirt des Versicherers Allianz, sicher. In der Praxis müssen sich Finanzchefs wohl darauf einstellen, dass Verfahren, die jetzt schon stocken, ganz zum Stillstand kommen. Das befürchtet Simone Menne. In der Luftfahrt seien die Konsequenzen wegen der fehlenden Rechtssicherheit für die britischen Fluggesellschaften BA und Easyjet jetzt schon ein Desaster.

Allianz-Chefvolkswirt Heise hält in Großbritannien deshalb durchaus einen „Schneeball-Effekt“ für möglich. Falls es kein Abkommen geben sollte, dann sei in Großbritannien auch eine Rezession denkbar. „Dann ist man schnell bei null oder gar bei Minuswachstum“, warnt er.

Quelle:  Handelsblatt Online
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