Handelskonzern: Konkurrenz spielt längst Zerschlagung von Arcandor durch

Handelskonzern: Konkurrenz spielt längst Zerschlagung von Arcandor durch

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Will den Konzern mit Hilfe des Staates retten: Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick

Derzeit stellen Regierung und Banken zwar alle Weichen, um dem taumelnden Handelskonzern Arcandor zu einer Staatsbürgschaft zu verhelfen. Doch auch ohne Staatshilfen gibt es eine Lösung: Die Konkurrenz steht bereit, das Kunstgebilde zu zerschlagen.

Um die finanziellen Sorgen des Handelskonzerns Arcandor zu verstehen, genügt ein Besuch in der Peter-Müller-Straße 14 in Düsseldorf. Hier, in unmittelbarer Nähe zum Flughafen, leistet sich der Konzern das Airport Office I, einen Bürokomplex mit reichlich Glas und Naturstein – und noch mehr Platz. Denn das Gebäude, einst als neue, schlanke Holdingzentrale nach einem Verkauf der Warenhaustochter Karstadt konzipiert, steht leer. Die Jahresmiete von 1,2 Millionen Euro inklusive Nebenkosten muss der frühere KarstadtQuelle-Konzern bis zum Jahr 2015 trotzdem überweisen.

Seit vergangener Woche wächst indes die Chance, dass die chronische Geldvernichtung zumindest in der Peter-Müller-Straße gestoppt wird. Denn während Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick den taumelnden Konzern mithilfe des Staates retten will, spielt die Konkurrenz schon die Zerlegung des Kunstgebildes durch. Immerhin, so heißt es zynisch in der Handelszunft, hätte Arcandor-Chef Eick endlich Verwendung für die Reserve-Zentrale: Er könnte dort sein Abwicklungsbüro einrichten. Interessenten für Arcandor-Teile gibt es reichlich.

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Metro macht den Auftakt

Den Auftakt machte der Düsseldorfer Handelsriese Metro. In einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hatte Metro-Chef Eckhard Cordes jüngst die Idee einer Deutschen Warenhaus AG wieder aufleben lassen, eine Liaison der Metro-Tochter Kaufhof mit Karstadt. Auch für die Versandsparte um das Flaggschiff Quelle und für den Touristikableger Thomas Cook interessieren sich Konzerne wie die Kölner Rewe und die Hamburger Otto-Gruppe (siehe Grafik). Würde Arcandor die Gesellschaften abgeben, wären Staatshilfen überflüssig.

Eick will davon nichts wissen. Quelle sei Kerngeschäft, auch Thomas Cook werde nicht verkauft, lautet das Mantra des Managers, der in Berlin unverdrossen weiter um Bürgschaften feilscht. Dabei geht es nicht um Kleingeld. Am 12. Juni laufen Kredite über 650 Millionen Euro aus. Ohne Staatsbürgschaften in gleicher Höhe wird das Konsortium um die britische Royal Bank of Scotland, BayernLB und Commerzbank die Kredite kaum verlängern. Das dürfte auch der Grund dafür sein, dass Eick inzwischen zumindest über die Karstadt-Warenhäuser sprechen will – notgedrungen.

Nachdem Eick am vergangenen Dienstag in einem Interview noch schäumte, dass hinter der Metro-Offerte nur „taktische Manöver und Störfeuer“ steckten und er einen Zusammenschluss von Karstadt und Kaufhof „zum jetzigen Zeitpunkt“ kategorisch ablehne, folgte wenige Stunden später die Wende: Per „Bild“-Zeitung lud Eick nun selbst zum Warenhaus-Gipfel, um eine „Lösung für Karstadt und Kaufhof“ zu suchen.

Auf der nächsten Seite erfahren Sie den Hintergrund von Eicks Gegenoffensive

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