Handelsscanner: Dioxinskandal ändert Einkaufsverhalten der Bürger nicht

kolumneHandelsscanner: Dioxinskandal ändert Einkaufsverhalten der Bürger nicht

Kolumne

Seit Jahreswechsel hält der jüngste Dioxinskandal die gesamte Bundesrepublik in Atem. In Internet-Blogs und Foren wird er mit teils heftigen Kontroversen diskutiert. Doch das Einkaufsverhalten hat sich kaum geändert, zeigen neue Analysen.

Der Dioxinskandal

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Verbraucherprotest in Berlin

Seit Jahreswechsel hält der jüngste Dioxinskandal die gesamte Bundesrepublik in Atem. Bei einem Futtermittelproduzent in Schleswig-Holstein war dioxinbelastetes Material einem Futterfett beigemischt worden.  Als Quelle der Dioxinkontamination gilt die Verwendung von technischen Fetten aus der Biodieselproduktion, die für die Tierfutterfettproduktion verwendet worden sind. Das dioxinhaltige Fett gelangte somit über das Futter sowohl in Eier als auch in Hühner- und Schweinefleisch.

Verbrauchervertrauen deutlich gesunken

Was bedeutet dieser Skandal nun für Deutschlands Verbraucher? Eine aktuelle Befragung der GFK ergab auf, dass der Dioxinskandal negative Auswirkungen auf das Verbrauchervertrauen deutscher Konsumenten hat.  Es zeigte sich, dass das Misstrauen der Konsumenten von Herbst 2010 bis heute sichtbar gestiegen ist. Etwa ein Drittel der Befragten gab an, den offiziellen Lebensmittelkontrollen der Behörden kritisch gegenüber zu stehen. Die Verunsicherung von Verbrauchern kann ein guter Nährboden sein, um Lebensmitteltrends, die Sicherheit und Zuverlässigkeit versprechen, anzukurbeln. So boomt die Bio-Branche derzeit regelrecht. Entsprechend teilte ein Viertel der Befragten mit, vollkommen auf Eier und Fleisch aus biologischem Anbau umzusteigen. Beachtenswert ist, dass sich diese Veränderung im Verbraucherverhalten durch alle Einkommensschichten zieht, auch wenn der Kauf von Bioprodukten mit höheren Kosten verbunden ist.

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Der Dioxinskandal im sozialen Netz

Zusätzlich zur klassischen Befragung bietet es sich an, zu untersuchen, wie die Menschen in sozialen Netzen über den Dioxinskandal sprechen. In diesem Umfeld erfolgen Meinungen und Kommentare spontaner und damit emotionaler. Eine Social-Media Analyse des IFH Köln ergab, dass Kommentierungen zum Thema „Dioxin“ hauptsächlich im Bereich „News“ bzw. „Nachrichten“ verbreitet sind. Gesundheitliche Folgen des Dioxinskandals werden dagegen meist in Foren und Blogs diskutiert. Die Frage, die sich stellt, ist, ob auch im Netz Tendenzen zu einer Änderung im Käuferverhalten sichtbar werden. Haben die Deutschen also aufgrund des Skandals ihr Einkaufsverhalten bezüglich Eier geändert? Für die große Mehrheit gilt dies nicht! Lediglich 15,4% der Kommentare deuten auf eine Änderung im Kaufverhalten hin.

Aber auch über den Wechsel zu  „Bio-Eiern“ wird im Social Web kontrovers diskutiert. Die Analyse zeigt, dass Konsumenten aufgrund der aktuellen Ereignisse häufiger über Bio-Vertriebslinien wie Bio-Supermärkte oder Bio-Läden sprechen. Nichtsdestotrotz zeigen aber auch die Gespräche über etablierte Marken der Handelsketten (Supermärkte und Discounter) generell keine Veränderungen während des anhaltenden Dioxinskandals. D.h. insbesondere aus Sicht des Handels werden nicht die Händler mit dem Dioxinskandal assoziiert, sondern alleine die produzierenden Agrarunternehmen.

Zweifelsohne sorgt der Dioxinskandal für stürmischen Austausch unter den Verbrauchern. Doch im sozialen Netz ist für den Handel festzuhalten: „Viel Wind um nichts“?

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