Handelsscanner: Geburten-Tief sorgt für ein Hoch im Handel

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Ein einzelner Säugling

Kolumne

Produkte für Babys und Kinder sind zum Wachstumsmotor im Handel geworden - obwohl die Zahl der Kinder seit Jahren sinkt. Mit geschicktem Marketing gelingt es Händlern und Herstellern, von diesem Widerspruch zu profitieren.

Als hätte es der Handel schon gewusst. Jetzt tut sich auch ein demografischer Lichtblick auf: Die Geburtenrate steigt 2010 zum ersten Mal seit Jahren wieder, und dann gleich um 3,6 Prozent. Aber: Die Anzahl der Neugeborenen war 2009 mit 665.000 so niedrig wie nie, und die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte Wachstumsrate ist längst nicht gesichert. Schon einmal hatte das Familienministerium voreilig eine Trendwende signalisiert.

Ob die Geburten nun 2010 gestiegen sind? Der Handel freut sich so oder so über ein deutliches Plus bei den Umsätzen. Insgesamt ist im Handel mit Baby- und Kinderausstattung im letzten Jahr 6,8 Prozent mehr umgesetzt worden als im Jahr zuvor.  Alleine für die Erstausstattung summieren sich die Ausgaben leicht auf 3.000 Euro.

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Bei Buggys, Autositzen & Co. wird vor allem für Sicherheit und praktischen Umgang gerne tiefer in die Tasche gegriffen, bei Möbeln und  Wäsche sind die Adjektive schadstofffrei und nachhaltig ganz vorne und bei Bekleidung kommen die Eltern kaum mehr an den mitunter kostspieligen Marken vorbei.  Mittlerweile brummt sogar der Accessoires-Bereich für Kiddys, mit Mützen, Schals und Tüchern. 

Für den schmaleren Geldbeutel haben sich seit Jahren Family-Konzepte erfolgreich am Markt platziert. Allen voran stellt Ernsting’s Family die Familie in den Mittelpunkt. Weniger offensiv geschieht dies ebenso bei C&A und selbst H&M kann sich nicht von gewissen Ansätzen in ähnlicher Richtung freisprechen. In punkto Nachhaltigkeit steht C&A bereits ganz vorne. Einer aktuellen Umfrage der Beratungsgesellschaft IBH Retail Consultants zufolge wird im Fashionmarkt gerade diesem Unternehmen von vielen Verbrauchern ein hohes Maß an Verantwortung für Umwelt und Soziales beigemessen.

Family-Konzepte profitieren davon, dass die Eltern über ihre Kids, Minis und Babys auf das Angebot aufmerksam werden. Viele kaufen dann auch für sich selbst.  Gelegenheiten bieten und Assoziationen herstellen, nennt man das: So finden werdende Eltern bei Bummel durch das Möbelhaus neben den Kindermöbeln immer öfter schon das komplette „Mobilitäts“-Programm vom Reisebett bis zum Kinderwagen. Und da fangen die vielfältigen Bedarfe erst an.

Als Fazit bliebt: Nein, der Markt schrumpft nicht, nur die Zahl der Kinder. Ein Widerspruch, von dem der Handel profitiert.

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