Handelsscanner: Sport tut gut - besonders dem Handel!

kolumneHandelsscanner: Sport tut gut - besonders dem Handel!

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Boris Hedde ist Geschäftsführer des Instituts für Handelsforschung in Köln und schreibt für wiwo.de wöchentlich die Kolumne "Handelsscanner"

Kolumne

Die Sportartikelbranche und der Sporthandel in Deutschland boomen - aber nicht dadurch, dass die Deutschen mehr Sport treiben.

Im Jahr 2003 wurde die „Sport tut Deutschland gut“-Kampagne gestartet. Auf Bundesebene finanziell gefördert sollte die Bevölkerung an den Breitensport herangeführt bzw. zur Ausübung ermuntert werden.

Mit Blick auf die zunehmende Verfügbarkeit von Freizeit und dazugehöriger Ausgabebereitschaft hatten die Sportartikelhersteller wie z.B. Nike, Adidas, Puma oder Jack Wolfskin als auch die Sportartikelhändler wie Karstadt Sport, Sportscheck, Intersport oder Sport 2000 Grund zur Freude.

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Waren es im Jahr 2004 noch rund 110 Euro, die der Bundesbürger im Schnitt für Sportartikel und Sportbekleidung ausgab, lag der Betrag nach den Berechnungen der IBH RETAIL CONSULTANTS im Jahr 2009 rund 10 Euro höher. Konkret bedeutet dies, dass der Absatzmarkt für Sportartikel seit 2004 um 8 Prozent auf ein Volumen von heute knapp 10 Milliarden Euro Umsatz gewachsen ist – verglichen mit anderen Konsumgüterbereichen eine Traumperformance.

Im Breitensport lag diese Entwicklung jedoch interessanterweise nicht begründet. Denn die Gesamtbevölkerung in Deutschland treibt durchschnittlich eher weniger Sport. Waren es in 2004 noch 72 Prozent der Deutschen, die angaben, regemäßig oder gelegentlich Sport zu treiben, sind es im Jahr 2010 nur noch 67 Prozent. Deutlich wird dabei, dass insbesondere diejenigen Personen, die gelegentlich Sport betreiben, zunehmend weniger werden.

Wie kam es also zur erfolgreichen Entwicklung im Sportartikelmarkt?

Marktanteile im Sportartikelmarkt

Marktanteile im Sportartikelmarkt

Einerseits zeigt sich ein andauernder Boom hinsichtlich jener prosperierenden Zielgruppe, die Sport zunehmend extremer ausübt. Exemplarisch hervorgehoben, sind Marathon, Triathlon, Ironman sehr viel weiter verbreitet als noch vor ein paar Jahren. Nicht zuletzt die Zahl der Teilnehmer bei den immer häufiger und größer werdenden Stadtmarathons ist dafür ein Indikator.

Neben den Extremsportlern ist als weiterer Grund der in Deutschland immer weiter verbreitete Boom für Outdoor und Tracking anzuführen. Altersübergreifend werden kontinuierlich neue Produkte und Trends für die Freizeitgestaltung entwickelt. Dieser Markt verbesserte sich seit 2004 um über 14 Prozent.

Als dritte Ursache für den Erfolg der Sportartikelbranche ist die Entwicklung im Bereich Mode zu sehen. Ist der klassische Modemarkt im betrachteten Zeitraum seit 2004 eher stagnierend gewesen, zeigt der Branchenreport Sport 2010, dass im Bereich Sportfashion seither ein Wachstum um knapp 10 Prozent erzielt wurde.

Dass die Entwicklung fortgeführt wird, daran besteht kein Zweifel. Schon jetzt signalisieren Hersteller wie Händler, dass das laufende Geschäftsjahr 2010 mehr als erfolgreich sein wird.

Es bleibt also spannend abzuwarten, welche Verwendungsbereiche im Sportartikelmarkt vor allem profitieren werden: Wird es  die Sehnsucht der Deutschen nach dem Image und der Qualität von sportlichen Outfits sein, das dieses Entwicklung unterstützt - oder tatsächlich das erneute Aufflammen des Interesses wieder selber mehr Sport zu treiben?

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