Handygigant: Nokia erfindet sich neu - Seite 6

Handygigant: Nokia erfindet sich neu

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Damit geht der bisherige Weltmarktführer ein beträchtliches Risiko ein. Denn das neue Geschäftsmodell bedeutet nicht nur einen Angriff auf Apple, RIM, Dell und HP, sondern auch auf die großen Mobilfunkbetreiber. Denn die neuen Dienste sind Geschäftsfelder, die längst von T-Mobile, Vodafone und Co. besetzt sind. Vor allem die neue Musik-Flatrate von Nokia namens „Comes with Music“ kommt gar nicht gut bei den Netzbetreibern an. Nokia wollte damit der Kostenlos-Kultur im Internet ein Ende bereiten. Käufer spezieller Musikhandys wie dem Nokia 5800 können ein Jahr lang fünf Millionen Songs kostenlos herunterladen. Marktführer wie T-Mobile und Vodafone sollten durch den Verkauf hochsubventionierter Handys die Idee unterstützen. Doch die winkten mit Rücksicht auf ihre eigenen Musikshops ab.

Schleppender Start in Deutschland

Nokia blieb nur, Anfang Mai eine Vertriebspartnerschaft mit der Mobilfunkgesellschaft Mobilcom-Debitel zu schließen, die auch Großmärkte wie Saturn und Media Markt beliefert. Doch der Start verlief äußerst schleppend. In den ersten drei Verkaufswochen fehlten Probegeräte in den Mobilcom-Debitel-Shops, auf denen Interessenten das Angebot hätten testen können. Danach war der Ansturm vorbei, und „Comes with Music“ verschwand wieder aus den Schaufenstern.

Besser läuft das Geschäft allerdings in Großbritannien. Dort wagt Nokia jetzt mit der France-Télécom-Tochter Orange einen Neustart. Auch in Deutschland drängen Musikmanager wie Frank Biegmann, Präsident und Vorstandschef des Deutschland-Ablegers von Universal Music, dem größten Plattenkonzern der Welt, auf weitere Verhandlungen. „Für einen breiten Durchbruch wäre es in jedem Fall vorteilhaft, wenn weitere Netzbetreiber als Vertriebspartner dazukommen.“

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 21.09.2009, 17:29 UhrAnonymer Benutzer: André

    eigentlich erstaunlich, bekennt sich Nokia doch leidenschaftlich zu
    GPS-orientierten Diensten zum Nutzen seiner Kunden. Mit Navteq hält es darüberhinaus ein Kronjuwel in den Händen. Nur scheint
    sich das Unternehmen hoffnungslos zu verzetteln. Dabei liegt da
    Geld auf der Straße (siehe http://www.dynamic-ridesharing.de).
    Nur aufheben müssten sie es halt ;-)

  • 02.09.2009, 11:36 UhrAnonymer Benutzer: Netwriter

    Nokia hat m.E. - durch sein rigoroses Vorgehen, nicht nur in Deutschland - einfach Sympathien verspielt. Von der einst sympathischen Marke zum augenscheinlich rücksichtslosen, rein profitorientierten Unternehmen mit billigstandorten in Osteuropa - dass geht nicht ohne imageverlust vonstatten.

    Und dies macht sich jetzt bemerkbar. Nokia hat mehr Zeit in Werksschließungskämpfe investiert, als sich um eine imageprofilierung in Richtung Qualität und Kontinuität zu bemühen.

    ich denke, wenn man den Weg zu billigstandorten sucht, wird einem irgendwann das Thema Hightech nicht mehr zugetraut.

  • 02.09.2009, 08:42 UhrAnonymer Benutzer: werner

    no Nokia, Jobvernichter in Deutschland

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