Hannover Messe 2011: Industrieschau in alter Größe

Hannover Messe 2011: Industrieschau in alter Größe

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Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (l), Frankreichs Premierminister Francois Fillon (m) und Niedersachsens Ministerpraesident David McAllister (r) auf der Hannover Messe 2011

von Hans-Jürgen Klesse

"Smart Efficiency" ist das Motto der am gestrigen Sonntag eröffneten Hannover Messe, Nachhaltigkeit deren Hauptthema. Die Messe-Organisatoren haben Grund zur Freude: Mit 6500 Ausstellern aus 65 Ländern – darunter sind 400 Unternehmen, die der Hannover Messe einige Jahre den Rücken gekehrt hatten – ist die Industrieschau die größte der vergangenen zehn Jahre.

„Smart Efficiency“ als Leitthema der Hannover Messe – also Nachhaltigkeit in allen Bereichen industrieller Fertigung – passt in die Zeit wie selten eine Messe. Nachdem die Atom-Katastrophe in Fukushima dazu geführt hat, dass die Frage der Energieversorgung überall auf der Welt neu diskutiert wird, kommen auch die Kernenergie-Befürworter nicht umhin, ihren einseitigen Fokus auf Versorgungssicherheit und Preisniveau der Versorgung zu erweitern. Mehr noch als vor Fukushima geht es nicht nur um alternative Formen der Energieerzeugung sondern auch und vor allem um eine höhere Effizienz bei deren Verbrauch und Verwertung.

Genau darum geht es in diesem Jahr in Hannover: Intelligente Effizienz steht für einen geringeren Resourcen-Verbrauch in der Produktion: durch bessere Maschinen, Anlagen und Prozesse mit geringerem Verbrauch und um anders gestaltete, umweltschonende Produkte, etwa durch die Umstellung auf Leichtbau. Es geht um schlankere, schnellere und flexiblere Abläufe durch den Einsatz von IT und Nutzung des Internets. Und über alle Branchen und Unternehmensbereiche hinweg geht es um Kosteneffizienz durch einen sparsameren Energieverbrauch.

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Die ausstellenden Unternehmen zeigen auf der Messe rund 5000 Neuheiten, die dem auf Effizienzsteigerung zielen. Von aktuell besonderem Interesse sind die Neuentwicklungen auf dem Gebiet der Energiegewinnung, -verteilung und –nutzung. Zu den Ausstellern gehören zwar auch Atommeiler-Betreiber wie Electricite de France, Vattenfall oder EnBW – Kernenergie ist in Hannover aber Zukunftsthema, sondern nach dem Japan-Gau eher Treiber für die Alternativenergien. Davon wiederum ist in Hannover eine ganze Menge zu sehen: Gezeigt werden konventionell betriebene aber effizientere Kraftwerke für Gas oder Kohle. Zu sehen sind Neuheiten aus der von manchen Top-Managern als wahre Zukunftsenergie eingeschätzten Wasserstofftechnologie. Eine Sonderausstellung ist der Windenergie gewidmet, dem Klassiker der alternativen und nachhaltigen Energieerzeugung. Weitere Aussteller haben Neuentwicklungen zum Stromtransport, zu Elektroantrieben und zur mobilen Stromspeicherung in Hightech-Batterien mit nach Hannover gebracht.

Eine weitere Ausstellung zeigt die die sogenannte Digital Factory, die Fabrik von morgen. Die arbeitet vor allem deshalb effizienter als bisher, weil dort neue IT die Produktionsabläufe steuert und für deren nachhaltigen Betrieb, für geringeren Resourcen- und Energieeinsatz sorgt. Das frühere Kerngeschäft der Hannover Messe, die Industrieschau, hat sich in die Teilmesse Industrial Automation verlagert, wo neue Produktionsanlagen und Antriebstechniken präsentiert werden. Die Zuliefermesse unter dem Hannover-Messe-Dach zeigt vor allem neue Leichtbautechniken wie die mit Kohlenstofffasern, zur Oberflächengestaltung und –bearbeitung und auch zur Nanotechnik gibt es Sonderschauen. In der Forschungshalle können die Messebesucher sehen, was in den kommenden Jahren an Neuentwicklungen in der Pipeline ist.

Stark anwendungsorientiert ist die neue Sonderschau Metropolitan Solutions: Hier geht es um Techniken zur Energie-, Wasser-, Mobilitäts- und Infrastrukturversorgung von Ballungsräumen. Gezeigt werden etwa der Siemens-Windenergiepark in der Themse-Mündung für die Londoner Stromversorgung, aber auch die Aufbereitungstechnologie, mit der in Singapur sauberes Trinkwasser erzeugt wird. Ebenfalls zu sehen sind in der Sonderschau Anlagen zur Energiegewinnung aus Abfall.

Partnerland der Hannover Messe ist in diesem Jahr Frankreich, der wichtigste Handelspartner Deutschlands. Über 220 französische Aussteller sind nach Hannover gekommen. Ihr Hauptanliegen: Die Grande Nation von ihrer ökologischen und nachhaltigen Seite zu repräsentieren. Ob der Imagewandel für den hierzulande schon vor der Fukushima-Katastrophe vor allem als Atom-Land wahrgenommenen westlichen Nachbarn gelingt, wird diese Woche zeigen. Die Hannover Messe hat ihre Tore bis kommenden Freitag geöffnet.

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