
Von hier, dem nördlichen Zipfel der Friedrichstraße, erobert Hans Wall eine Stadt nach der anderen, erwirbt die Nutzungsrechte für Straßenplakatwerbung und errichtet Haltestellen und City-Toiletten – strebsam, ästhetisch, liebevoll bis ins Detail. Sein Büro wurde von Josef Paul Kleihues eingerichtet, die Bilder stammen von Markus Lüpertz und Kurt Mühlenhaupt. Wer Wall in seinem Büro besucht, muss zunächst seine Litfaßsäule bewundern, die als Modell auf dem Schreibtisch aus hellem Vogelaugenahorn steht. Vorsichtig lupft Wall das Dach, unter dem zahlreiche Spiegel so positioniert sind, dass eine 150-Watt-Lampe zur Beleuchtung ausreicht. „Andere brauchen dafür 600 Watt“, freut sich der quirlige 63-Jährige und hält schon ein Modell vom Café Achteck in der Hand, eines der verbliebenen Männer-Pissoirs aus der Gründerzeit am Kreuzberger Chamissoplatz, das Wall für 130.000 Euro restaurieren ließ; sein Reinigungstrupp für die City-Toiletten hat die Wartung ehrenamtlich übernommen. Geschickt verbindet der „Stadtmöblierer“, wie er sich nennt, Tradition mit modernster Technik, kombiniert Geschäft mit Corporate Citizenship. Über 110 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet der Selfmademan mit 530 Mitarbeitern. Für die Zukunft des Familienunternehmens ist vorgesorgt, Sohn Daniel, leitet das operative Geschäft, Ehefrau Claudia die Kommunikation. „Mein größter Glücksgriff“, freut sich der Gemahl beim Blick auf das silbergerahmte Foto.













