Hauptversammlung: BMW kämpft mit der Finanzkrise

Hauptversammlung: BMW kämpft mit der Finanzkrise

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Aktionäre auf dem Weg zur BMW-Hauptversammlung in München

BMW-Chef Norbert Reithofer kündigte auf der Hauptversammlung eine Dividendenerhöhung an. Die Aktionärsvertreter verlangen allerdings einen schnelleren Anstieg der Profitabilität und eine Kurspflege für die Aktie.

An deutlichen Worten ließ es der Vorstandsvorsitzende nicht fehlen. Die Finanzkrise „ist in der Realwirtschaft angekommen“, sagte Norbert Reithofer vor rund 3500 Aktionären in der Münchner Olympiahalle. „Sie birgt Risiken für uns.“ Zwar habe das Unternehmen die Risikovorsorge erhöht und halte an seinen Zielen für 2008 fest. „Sollte es jedoch im Verlauf des Jahres 2008 nicht zu einer Entspannung auf den Märkten insbesondere für gebrauchte Fahrzeuge kommen, besteht das Risiko, dass die negativen Auswirkungen das Jahresergebnis beeinträchtigen“, sagte Reithofer.

Vor allem der US-Markt macht dem Unternehmen zu schaffen. Reithofer rechnete den Aktionären vor, dass BMW beispielsweise für einen 5er BMW, der in den USA für 50.000 Dollar verkauft werde, derzeit durch den schwachen Dollar nur noch 32.000 Euro erhalte, während 2002 noch ein Erlös von 55.000 Euro für ein solches Fahrzeuge möglich war.  

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Dennoch verkündete der BMW-Chef für das Geschäftsjahr 2007 eine Dividendenerhöhung um rund 51 Prozent je Stammaktie auf 1,06 Euro und um 50 Prozent je Vorzugsaktie auf 1,08 Euro an.

Aktionäre halten sich zurück

Die Aktionärsvertreter äußerten sich über diese Entscheidung positiv und hielten sich mit scharfer Kritik auffallend zurück. Zu deren Hauptkritikpunkten gehörte der niedrige Aktienkurs. Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz etwa verlangte deshalb von Reithofer, das Unternehmen möge sich nicht nur die Erlaubnis holen, Aktien zurück zu kaufen, sondern das auch zu tun. Darüber hinaus forderte Bergdorf, Reithofer solle das Effizienzsteigerungsprogramm, das bis 2012 rund sechs Milliarden Euro einsparen soll, beschleunigen. Der Plan sei nicht sehr ambitioniert. Gleichzeitig äußerte sich Bergdolt kritisch über den geplanten Stellenabbau. Stellen streichen sei einfach, einfallsreich sei es nicht.

Lob erhielt Reithofer dagegen unter anderem für die erfolgreiche Senkung des CO2-Ausstoßes der BMW-Flotte. Werner Reh, Vertreter des Bund für Umwelt- und Naturschutz  Bund sagte, BMW stehe signifikant besser da als die Wettbewerber. Das sei aller Ehren wert.

Reithofer kündigte unterdessen weitere sparsame Fahrzeuge an. So solle noch dieses Jahr die Entscheidung über ein Elektoauto fallen.

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