Hauptversammlung: Daimler gibt Gas

KommentarHauptversammlung: Daimler gibt Gas

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Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender des Stuttgarter Automobilkonzerns Daimler, vor der Zahl 125 für das Jubiläum

von Franz W. Rother

Auf einem guten Weg zu alter Stärke sieht Dieter Zetsche den Pkw- und Lkw-Hersteller - aber das Rennen ist noch lange nicht am Ende. Ein Kommentar von Franz Rother.

Über ein hohes Drehmoment freut sich jeder Autofahrer: Ein leichter Druck aufs Gaspedal – und schon schiebt der Motor mächtig an. Dieselfahrzeuge sind deshalb so beliebt: Sie sorgen für eine kraftvolle Beschleunigung aus dem Stand heraus und erlauben schnelle Überholmanöver, ohne dass der Motor dabei aufgrund hoher Drehzahlen übermäßig laut wird oder Sprit säuft.

Auch Dieter Zetsche wollte den Daimler-Konzern mit hohem Drehmoment aus der Krise fahren lassen. Wie er heute auf der Hauptversammlung in Berlin freudestrahlend und sichtlich gelöst berichtete, ist der Pkw- und Lkw-Hersteller 125 Jahre nach der Erfindung des Motorkraftwagens durch Gottlieb Daimler auf einem gutem Weg zurück zu alter Stärke. Der Stern strahlt wieder, Mercedes-Autos und Laster sind weltweit gefragt. Im ersten Quartal stieg der Absatz von Mercedes Cars um zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, der Verkauf im Nutzfahrzeuggeschäft sogar um 27 Prozent. Und der Schwung dürfte noch eine Weile vorhalten: Bei den Trucks lag der Auftragseingang im ersten Quartal 65 Prozent über dem Vorjahreswert. Und auch die Pkw-Verkäufer spüren den Frühling: Das jüngste Facelift der Mercedes C-Klasse und der neue SLK ziehen nicht nur in Deutschland Kaufinteressierte in die Ausstellungshallen der Mercedes-Händler und Niederlassungen. Zetsche nimmt den Mund sicher nicht zu voll, wenn er für dieses Jahr mit einem Absatz von über 1,3 Millionen Personenwagen rechnet – im Vergleich zu 2010, wo insgesamt 1.276.827 Autos der Marken Mercedes und Smart verkauft wurden, wäre dies nur ein Plus von zwei Prozent und eher eine Enttäuschung für viele Analysten.

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Kleinwagenmarke Smart bleibt Sorgenkind

Dass Zetsche nicht noch bessere Zahlen anpeilt, liegt zum Teil daran, dass die Modelloffensive bei Mercedes gerade erst anläuft und bei Smart noch auf sich warten lässt. Vor allem birgt die Strecke, die vor dem Konzern und der gesamten Autoindustrie liegt, noch zu viele Gefahrenstellen birgt: Kann der Motor das Drehmoment aufrecht erhalten – oder wird er Leistung verlieren?

Der chinesische Markt, auf dem Mercedes relativ spät gestartet ist, wächst derzeit zwar noch kräftig. Aber angesichts der steigenden Fahrzeugdichte und den immer länger werdenden Staus auf den Straßen denken einige Großstädte in China darüber nach, die Zahl der Neuzulassungen zu deckeln. Auch kann derzeit noch niemand sagen, wie sich der japanische Automarkt entwickelt und ob es aufgrund der Produktionsausfälle in Japan vielleicht in den nächsten Monaten doch noch zu Lieferengpässen bei bestimmten Bauteilen kommt – ein Reißen der Lieferkette schloss Zetsche in Berlin wohlweislich nicht aus. Und die von der EU geplanten Änderungen bei der Besteuerung von Pkw könnte auch hierzulande zu einer Verunsicherung der Verbraucher führen und die Nachfrage beispielsweise nach dieselgetriebenen Autos einbrechen lassen.

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