Hauptversammlung: Das Geschäftsmodell von RWE wackelt

Hauptversammlung: Das Geschäftsmodell von RWE wackelt

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Der RWE-Turm, die Zentrale des RWE Konzerns in Essen

von Andreas Wildhagen

Morgen findet die Hauptversammlung des Energiekonzerns in Essen statt. Die kommunalen Aktionäre zeigen sich unzufrieden mit ihrem Unternehmen, sind aber auch in einem Rollenkonflikt.

Der abrupte Atomausstieg der Bundesregierung, im ersten Schritt Moratorium genannt, schüttelt die Energiewirtschaft durcheinander. Die sieben ältesten Kernkraftwerke lässt die Bundesregierung nach der Fukushima-Katastrophe abschalten und auf ihre grundsätzliche Sicherheit überprüfen. Das trifft die deutschen Versorger in unterschiedlicher Härte: Der mitterweile staatliche Stromkonzern EnBW aus Baden-Württemberg ist zu 51 Prozent von der Kernenergie abhängig, der Essener Versorger RWE hängt zu 13,7 Prozent an der Atomstromproduktion, wenn die Meiler denn laufen.

Stein- und Braunkohle

Dass man damit "extrem abhängig" vom Atomstrom sei, möchte man bei RWE nicht hören. Eine Milliarde Euro investiert der Innogy-Geschäftsführer Fritz Vahrenholt jährlich in Erneuerbare Energien. RWE verdient vor allem auch mit Stein- und Braunkohle sein Geld. Deutliche Strompreiserhöhungen haben dem Unternehmen eine solide Kapitalausstattung verschafft. Dass die Abschaltung von Biblis A und B einen wirtschaftlichen Schaden verursacht, wie von RWE-Chef Jürgen Großmann vermutet, wurde zuletzt innerhalb von kommunalen Aktionärskreisen bezweifelt.

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RWE könnte sogar am Ausstieg verdienen, sagte ein Aktionärsvertreter aus den Kommunen. Angeblich gibt es interne Berechnungen, dass durch die Verknappung von Strom die Preise und damit die Renditen auch wieder steigen werden - zugunsten der RWE-Kasse. Allerdings müsse man die steigenden Kosten für die dann mehr anfallenden CO-2-Zertifikate "gegenrechnen", hieß es aus dem Konzern. Wenn Kohlekraftwerke nach oben gefahren werden, müssen mehr Verschmutzungsrechte gekauft werden. Die widersprüchlichen Nachrichten aus Essen zeigen, dass bei RWE hinter den Kulissen - auf Aktionärs- wie auf Managementseite - ein Kampf um die Meinungshoheit über eine neue Energiepolitik ohne oder mit deutlich weniger Atomkraft in Deutschland fast schon heiß läuft.

Die Aktionärsseite

Auf der Hauptversammlung am morgigen Mittwoch, in der ehrwürdigen Grugahalle von Essen, werden die Fronten aufreißen. Front 1: Die Aktionärsseite: Zu 25 Prozent gehört RWE den nordrhein-westfälischen Kommunen, die bisher einen operativ sehr starken Einfluss bis hin in Fachabteilungen, in Investitions- und in Standortentscheidungen geltend machten. Das liegt an der Historie von RWE: Das Unternehmen hat seine Wurzeln nicht in einem monolithischen Staatskonzern, wie es E.On-Vorgänger Veba früher war, sondern in einem Zusammenschluss von Einzelkommunen, die ihre Versorgungssicherheit, als die noch nicht so selbstverständlich war wie heute, garantieren sollten.

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