Hauptversammlung: Fragen an Apple

Hauptversammlung: Fragen an Apple

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Apple Inc. Chief Executive Steve Jobs

In der Regel produzieren Hauptversammlungen keine Schlagzeilen. Apple ist da wie so oft die Ausnahme. Kommt Steve Jobs, oder nicht? Trotz seiner krankheitsbedingten Pause, die er am 17. Januar antrat? Tritt er am Mittwoch zurück?

Wie bei Apple üblich, weiß das mit absoluter Sicherheit niemand außer Jobs selbst. Aber die Papparazzi, die Amerikas bekanntesten Unternehmenschef neuerdings verfolgen, dürften sich am Mittwoch wohl umsonst vor dem Apple Hauptquartier am Infinite Loop in Cupertino auf die Lauer legen. Hauptversammlungen zählen nicht gerade zu den Lieblingsbeschäftigungen des Apple-Gründers. Obwohl viele andere Unternehmenschefs sich freuen würden, ihren Anlegern Zahlen wie Apple präsentieren zu können.

Der Konzern hat 2010 einen neuen Rekordumsatz von 65,2 Milliarden Dollar – rund fünfzig Prozent mehr als im Jahr davor - eingefahren und dabei 14 Milliarden Dollar verdient. Die Zahlen hätten noch beeindruckender sein können, wenn Apple nicht Lieferprobleme bei seinem neuen Bestseller iPhone 4 geplagt hätten. Wer zum Amtsantritt von Jobs im September 1997 1000 Dollar in Apple-Aktien investierte, hat heute einen Gegenwert von etwa 70.000 Dollar. Damals hätte niemand gedacht, dass Apple 13 Jahre später sogar Microsoft beim Börsenwert übertreffen würde.

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Fragen an Apple

Aber die Aktionäre kommen am Mittwoch nicht nur ins Silicon Valley, um Beifall zu spenden. Sie wollen auch Fragen stellen, die Apple nicht beantworten will. Beispielsweise, ob der Konzern seine Barreserven in Höhe von rund 60 Milliarden Dollar zumindest teilweise an seine Aktionäre ausschütten will. Zuletzt hatte der Konzern im Oktober 1995 eine Dividende gezahlt. Oder jene, die sich kein Analyst bei der jüngsten Präsentation der Quartalszahlen zu fragen wagte, obwohl jeder gern eine Antwort gehabt hätte. Wie sieht es mit der Gesundheit von Jobs aus? Und wie ein Pensionsfond aus Jacksonville im US-Bundesstaat Illinois ganz offiziell wissen will: Ist intern bereits ein Nachfolger benannt, für den Fall, dass Jobs nicht mehr an die Spitze zurückkehrt?

Die Antwort hat Apple bereits gegeben. Selbstverständlich existiert ein Nachfolgeplan. Nur will das Unternehmen keine Details preisgeben. Und erst recht nicht öffentlich debattieren. Apple hält es bei der Nachfolge von Jobs wie bei seinen Produkten. Vorabinformationen machen nur die Konkurrenz schlau. Gerade für Headhunter dürfte äußerst interessant sein, wie sich Apples Verwaltungsrat ein potentielles Stühlerücken in der obersten Etage des Konzerns vorstellt.

59 Millionen Dollar für Jobs Stellvertreter

Dabei dürfte der Nachfolgeplan für Jobs keine Überraschungen bieten. Es gilt als ziemlich sicher, dass Apple-Operativchef Tim Cook, der seit dem 17. Januar den Apple CEO kommissarisch vertritt, in ihm als offizieller Nachfolger des Apple-Gründers benannt ist. Der 50jährige Ingenieur, der seit 1998 für Apple arbeitet, scheint auch keine Probleme damit zu haben, für Jobs nur vorübergehend einzuspringen. Das hat er ja in der Vergangenheit schon zweimal erfolgreich getan. Und trotzdem Abwerbeversuchen widerstanden. 59 Millionen Dollar Bonus zahlte Apple im vergangenen Jahr an Cook.

Trotz aller Kritik ist Jobs mit seiner krankheitsbedingten Zwangspause bislang sehr geschickt umgegangen. Einen allzu großen Kursverlust schwächte er ab, indem er sie an einem Feiertag, an dem die Börsen in den USA geschlossen waren, und einen Tag vor Bekanntgabe der Quartalszahlen ankündigte. Allzu hastigen Verkäufe wurde damit vorgebeugt.  Cook hat seitdem wieder bewiesen, dass das Unternehmen auch unter seiner Ägide prosperiert. Die Aktie, die zwischenzeitlich sogar zugelegt hatte, steht momentan auf dem fast dem gleichen Stand wie beim letzten Börsenhandelstag vor Jobs Zwangspause.

Es spricht viel dafür, dass Jobs zu einem ähnlich gut gewählten Zeitpunkt Cook auch offiziell die Amtsgeschäfte übergeben wird. Der Mittwoch dürfte es jedoch eher nicht sein. Aber Apple ist ja immer für Überraschungen gut.

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