Hauptversammlung: Volkswagens Strategie kostet Dividende

Hauptversammlung: Volkswagens Strategie kostet Dividende

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Der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister (CDU, l) und der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG Martin Winterkorn in Hamburg zu Beginn der Hauptversammlung

VW strebt nach Platz eins auf dem Weltmarkt, die Aktionäre nach mehr Dividende. Während sich Konzernchef Winterkorn mit seiner Expansionsstrategie voll im Plan sieht, bleiben viele Stolpersteine. Das zeigt auch der Aktienkurs.

Die Volkswagen-Aktionäre fordern einen größeren Anteil an den üppig sprudelnden Gewinnen des größten europäischen Autokonzerns. „2,20 Euro Dividende. Das ist zu wenig“, sagte Ulrich Hocker von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz auf der Hauptversammlung in Hamburg. Hansgeorg Martius vom Kleinaktionärsverband SDK erklärte, die Ausschüttungsquote von 15 Prozent sei zu niedrig. „Wir fordern 50 Prozent“, sagte er. Auch andere Aktionäre mahnten höhere Ausschüttungen an, angesichts von Rekordgewinnen und rund 19 Milliarden Euro flüssiger Mittel bei VW.

An der Börse fielen die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) um 3,64 Prozent auf 129,85 Euro. Zwar war es mit einem Minus im Aktienindex Dax von zeitweise mehr als 0,8 Prozent ein schwacher Handelstag, Börsianer verwiesen dennoch ein Gutachten für das Bundesumweltministerium, das laut „Financial Times Deutschland“ die Steuersubvention für Dienstwagen als ökonomisch und ökologisch unsinnig einstuft. Die Fahrzeuge des Konzerns sind beliebte Flottenfahrzeuge. Das die Aktie trotz der jüngsten Rekord-Konzernergebnisse und erfolgreichen Wachstums auf die Meldung empfindlich reagierten, ist ein Indiz für die Zweifel an der ehrgeizigen Strategie der Konzernlenker.

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50.000 neue Arbeitsplätze

Dennoch: Grundsätzlich äußerten die Aktionäre Zufriedenheit mit dem kräftigen Wachstum des VW-Konzerns bei Umsatz und Gewinn. Konzernchef Martin Winterkorn sagte, VW komme auf dem Weg zum größten Autobauer der Welt wie geplant voran. „Volkswagen liegt mit der Strategie 2018 voll auf Zielkurs“, sagte Winterkorn auf der Aktionärsversammlung. 2010 seien „wichtige Etappenziele“ erreicht worden. Winterkorn kündigte an, allein in Deutschland wolle VW wegen des Wachstumsprogramms mittelfristig 5.000 bis 6.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Weltweit sollen 50.000 zusätzliche Jobs entstehen. Ende 2010 beschäftigte der Konzern weltweit 399.000 Arbeitskräfte.

VW will bis 2018 nach eigenen Plänen zum größten Autobauer der Welt heranwachsen. Der Konzern aus Wolfsburg war im Jahr 2010 auf Platz drei nach Toyota und General Motors (GM) angekommen. Branchenbeobachter halten es für möglich, dass VW schon dieses Jahr den vom Erdbeben getroffenen Anbieter Toyota überholt. Offen ist, ob die Wolfsburger auch den nach einer Insolvenz wieder schnell wachsenden US-Anbieter GM einholen kann.

In der vergangenen Woche hatte VW starke Zahlen für das erste Quartal 2011 vorgelegt: Das Ergebnis der ersten drei Monate nach Steuern stieg von 473 Millionen im Vorjahr auf 1,7 Milliarden Euro. Der Umsatz legte um 30,8 Prozent auf 37,5 Milliarden Euro zu. Der weltweite Marktanteil stieg von 11,5 auf 12 Prozent. Winterkorn wiederholte, VW werde 2011 das Rekordergebnis von 2010 übertreffen, als der Konzern 7,2 Milliarden Euro netto verdient hatte.

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