
Das geht aus einem Bericht an den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hervor, der der WirtschaftsWoche als Entwurf vorliegt. Danach gab Mehdorn von 2001 bis 2005 pro Jahr zwischen 218 Millionen und 411 Millionen Euro weniger für die Instandhaltung des Schienennetzes aus, als seine Manager gemeinsam mit Beamten des Bundesverkehrsministeriums und des Eisenbahn-Bundesamtes als notwendig erachteten. Auf diese Weise sparte der Schienenriese in fünf Jahren insgesamt 1,489 Milliarden Euro. Das ist knapp ein Fünftel der für den Substanzerhalt erforderlichen Summe. Noch krasser ist die Lücke laut Bundesrechnungshof bei den Brücken. Statt 1,245 Milliarden Euro in deren Unterhalt zu stecken, habe die Bahn im gleichen Zeitraum nur 321 Millionen Euro dafür locker gemacht. Und selbst an den Anlagen in den Bahnhöfen unterblieben offenbar notwendige Reparaturen. Offiziell gab die Bahn dafür rund 900 Millionen Euro aus. Laut Bundesrechnungshof waren es in Wirklichkeit aber nur knapp 500 Millionen Euro, mehr als ein Drittel weniger als nötig. Der Rest floss in andere Bereiche. Für Börsengang brisant Der Prüfbericht gewinnt Brisanz, weil Bahn-Chef Mehdorn unbedingt zusammen mit dem Schienennetz an die Börse will, für dessen Instandhaltung er allerdings einen Dauerzuschuss des Staates von 2,5 Milliarden Euro pro Jahr verlangt. Kritiker sehen darin die Gefahr, dass künftige Investoren ihre Rendite sichern, indem sie aus dem üppigen Instandhaltungstopf Mittel abzweigen. Für diesen Verdacht liefern die Bundesrechnungsprüfer nun Nahrung - anhand mehrerer Beispiele, wie unter Mehdorn Reparaturen hinausgezögert oder unterlassen wurden. Offiziell begründete die Bahn die Minderausgaben mit angeblichen Effizienzsteigerungen und Stilllegungen, allerdings - so die Rechnungsprüfer - ohne dies zu belegen. Gleichzeitig verschwiegen Mehdorns Leute im Gegensatz zu früher in ihrem jüngsten Netzzustandsbericht, wieviel Langsamfahrstellen es durch verlotterte Anlagen es zur Zeit bei der Deutschen Bahn gibt. Nach Meinung der Rechnungsprüfer hat das Bundesverkehrsministerium dabei sträflich versäumt, die Angaben der Bahn zu überprüfen und gegebenfalls den erforderlichen Aufwand für Instandhaltung zu reduzieren. Damit warnen die Prüfer verklausuliert die Politiker, der Bahn bei einem möglichen Börsengang wie zur Zeit geplant jedes Jahr 2,5 Milliarden Euro an Steuergeldern für Steuergelder zu überweisen.













