Heideldruck: Totgesagte leben länger

Heideldruck: Totgesagte leben länger

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Heideldruck leidet unter Konjunkturkrise

von Lothar Schnitzler

Warum der Marktführer Heideldruck weiterleben wird, selbst wenn die Fusion mit dem Wettbewerber MAN Roland gescheitert ist.

So sehen untote Unternehmen aus: 249 Millionen Euro Verlust im vergangenen Geschäftsjahr, dieses Jahr soll das Minus vor Steuern und Zinsen 110 bis 150 Millionen betragen.

Der Umsatz, der schon letztes Jahr um 20 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro abstürzte, könnte gar unter zwei Milliarden Euro fallen. Eilig streicht der Konzern derzeit 4000 Stellen. Ohne Staatshilfen in Höhe von 850 Millionen Euro wäre das Unternehmen Heidelberger Druckmaschinen, kurz Heideldruck, nicht zu retten.

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Dass die Eigentümer des Wettbewerbers Manroland (früher MAN Roland) unter diesen Umständen eine geplante Fusion mit Heideldruck abgeblasen haben, erscheint verständlich. Gilt Manroland doch als der gesundere Druckmaschinenbauer – das allerdings durchaus zu Unrecht. Denn Heideldruck steckt anders als Manroland weniger stark in einer sich beschleunigenden Strukturkrise – die Probleme sind vor allem konjunkturbedingt.

80 Prozent der Heideldruck-Kunden beschäftigen weniger als 20 Mitarbeiter

Bei Manroland sind riesige Zeitungsdruckmaschinen immer noch ein wichtiges Standbein, das jedoch durch Internetboom und elektronische Zeitungslesegeräte zunehmend bröckeln dürfte.

80 Prozent der Heideldruck-Kunden dagegen beschäftigen weniger als 20 Mitarbeiter und arbeiten vornehmlich im Werbedruck. Der Druck von Werbung hatte bis zum Beginn der Krise ein stabiles weltweites Wachstum von jährlich drei Prozent. Pech für den Maschinenbauer war nur: Unternehmen sparen in der Krise zuerst an der Reklame.

Die Druckereien schoben den Neukauf von Maschinen um zwei oder drei Jahre hinaus.

Heideldruck-Chef Bernhard Schreier will nun diese Abhängigkeit vom Auf- und-Ab der Konjunktur vermindern.

Die Geschäftsfelder Verpackungsdruck, Dienstleistungen und der Verkauf von Verbrauchsstoffen wie Farbe und Schmiermittel sollen künftig die Hälfte des Umsatzes bringen. Zurzeit sind es 35 Prozent. Der Markt für Verpackungsdruck wuchs in den vergangenen Jahren fast zehn Prozent jährlich. Und Verbrauchsmaterialien sind auch in Krisenzeiten unverzichtbar.

Ein Teil des – langfristig gesehen – rückgängigen Geschäftes durch Werbedruck sowie der wachsende Marktanteil der Kopierhersteller könnte damit ausgeglichen werden.

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