Henning Kreke: "Ein Hauch von Luxus"

Henning Kreke: "Ein Hauch von Luxus"

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Douglas- Chef Henning Kreke

Der Douglas-Chef setzt auf Edel- statt Billigparfümerien – und liebäugelt mit einem Einstieg ins Apotheken-Geschäft.

WirtschaftsWoche: Herr Kreke, die Finanzkrise hält die Märkte in Atem, und die Verbraucher leiden unter den stark gestiegenen Preisen für Energie und Lebensmittel. Fällt Weihnachten für Douglas dieses Jahr aus?

Kreke: Nein, wir gehen weiterhin verhalten optimistisch in das diesjährige Weihnachtsgeschäft. Gerade in den letzten Wochen hat sich gezeigt, dass man auch in Deutschland noch recht gute Geschäfte machen kann.

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Woran liegt das?

Wir bieten den Kunden in unseren Fachgeschäften einen Hauch von Luxus. Und auch wenn hier in Deutschland mittlerweile vermehrt von „Angstsparen“ gesprochen wird, wollen sich viele Menschen hin und wieder selbst etwas gönnen oder anderen eine kleine Freude machen. Dafür geben sie durchaus ab und zu auch mal etwas mehr aus.

Warum bauen Sie dann im Parfümeriegeschäft neben Douglas gerade die Discountmarke Hela auf?

Wir bauen keine Discountmarke auf. Wir testen das Format außerhalb von München lediglich in einer einzigen unserer insgesamt mehr als 1.100 Parfümerien. Ehrlich gesagt verlief der Test bisher aber nicht sehr überzeugend. Die Test-Filiale im schwäbischen Ehingen werden wir deshalb wieder schließen. Im Frühjahr nächsten Jahres testen wir das Geschäftsmodell noch an einem weiteren Standort, nämlich in Metzingen. Und das war es dann auch.

Das klingt nicht sehr optimistisch.

Das Discountgeschäft ist nun mal nicht unsere Welt. Das können Händler wie Aldi und Schlecker viel besser.

Wie wäre es dann mit dem Gegenentwurf – Luxusparfümerien?

In diese Richtung testen wir bereits seit einiger Zeit recht erfolgreich. So haben wir erst kürzlich unsere bestehenden Parfümerien in Dortmund, Osnabrück und Saarbrücken auf höherwertige Konzepte umgestellt. Wir bieten dort noch etwas mehr Service in echter Wohlfühlatmosphäre. In Dortmund wurden einzelne Räume gestaltet, die fast schon wie Wohnräume anmuten. Auch der Kassenbereich ist völlig neu gestaltet und wirkt ein wenig wie der Empfangsbereich in einer Hotellobby. Und diese Geschäfte laufen richtig gut. Es kommen mehr Kunden, und sie geben auch etwas mehr aus als in Douglas-Filialen vergleichbarer Größe.

Douglas-Parfümerien findet man inzwischen fast in jeder größeren Einkaufsstraße. Können Sie in Deutschland noch wachsen?

Ja. Wir haben gut 440 Filialen in Deutschland und sehen ein Potenzial von rund 500. Das ist aber eher ein langfristiges Ziel, das wir wahrscheinlich nur über Zukäufe erreichen können.

Umso interessanter wären neue Geschäftsfelder wie der Apothekenmarkt.

Rein hypothetisch betrachtet, könnte der Apothekenmarkt für Douglas durchaus reizvoll sein. Und ich kenne auch einige Apotheken, bei denen man sagen muss: Toll gemacht – schade, dass diese Apotheken nicht zu uns gehören und dass es davon nicht schon mehrere gibt. Für uns wäre ein solches Geschäftsfeld aber erst interessant, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und man auch flächendeckend filialisieren kann.

Das heißt, der Markt muss liberalisiert werden, damit Sie einsteigen?

Das wäre eine Mindestvoraussetzung, die aber aller Wahrscheinlichkeit nach so schnell nicht eintreten wird. Zudem würde sich der Pharmagroßhandel wahrscheinlich anders aufstellen. Mit einem geeigneten Partner könnte man dann aber sehr wohl darüber nachdenken, ob ein gemeinsames Apothekenkonzept sinnvoll sein könnte.

Wie könnte denn eine solche Apotheke aussehen?

Vielleicht etwas größer als normale Apotheken, mit mehr Beratung und vielen Zusatz-Dienstleistungen rund um das Thema Gesundheit und Wellness. Aber das ist – wie gesagt – alles rein hypothetisch.

Damit bleibt Ihnen vorläufig vor allem die Auslandsexpansion, um weiter zu wachsen.

Für das Parfümeriegeschäft ist das sicher richtig. Vor allem in Osteuropa werden wir unser Filialnetz auch weiter ausbauen. Für unsere Thalia-Buchhandlungen und unsere Christ-Juweliergeschäfte sehe ich dagegen auch in Deutschland noch große Wachstumschancen.

Was heißt das konkret?

Thalia ist zwar im deutschsprachigen Raum Marktführer, hat aber nur einen Marktanteil von knapp acht Prozent. Über zehn Prozent sollten es in absehbarer Zeit schon werden. Langfristig dürfen es auch gerne 15 oder 20 Prozent sein. Und auch bei Christ wollen wir in den nächsten Jahren unsere marktführende Position hier in Deutschland weiter ausbauen.

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