Herkunftsbezeichnungen: Vorbild Schweiz für "Made in Germany"

Herkunftsbezeichnungen: Vorbild Schweiz für "Made in Germany"

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Herkunftsbezeichnung "Made in Germany": Ein weltweites Gütemerkmal

von Silke Wettach

Viele Unternehmen sollen die deutsche Herkunftsbezeichnung nicht mehr tragen dürfen, weil die Teile für deutsche Produkte aus aller Welt stammen. Der Lösungsweg der Schweizer stößt hierzulande auf Widerstand.

Der Schriftzug „Made in Germany“ gilt rund um den Globus als Gütesiegel. Bei hiesigen Unternehmen sorgt er nicht selten für brummende Exporte und Ehrfurcht der Konkurrenz. Doch mit dieser subtilen Absatzförderung könnte es für viele Firmen bald vorbei sein. Drängt doch das EU-Parlament darauf, künftig sehr viel strenger zu regeln, wer den Schriftzug nutzen darf. Produkte, die zu viele importierte Teile enthielten, müssten darauf verzichten.

Bisher ist nicht geregelt, welcher Anteil an Wertschöpfung in der Bundesrepublik erbracht werden muss. So kann selbst ein Unternehmen, dass Güter hierzulande nur zusammenschraubt, behaupten, sie seien hier gefertigt. Anders ist das in der Schweiz. Dort muss beispielsweise bei Uhren mindestens die Hälfte der Wertschöpfung im Inland erfolgen, damit sie die Bezeichnung „Swiss Made“ tragen dürfen.

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Verbände mit Vorbehalten

Der Bundesverband der deutschen Industrie, der Bundesverband Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen sowie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau lehnen das Vorhaben entschieden ab. Die Maschinenbauer etwa wären hart getroffen. Denn viele haben wichtige Produktionsstufen in Drittstaaten verlagert.

Beifall kommt dagegen aus Italien, wo sich Textil- und Möbelhersteller vor Konkurrenz aus Drittstaaten schützen wollen. Ende September wird der Handelsausschuss im EU-Parlament über einen Bericht der italienischen Abgeordneten Cristiana Muscardini abstimmen. Die Konservative: „Eine deutliche Herkunftsbezeichnung wird EU-Bürgern mehr Information und mehr Kontrolle über ihre Wahl geben.“

Neuer Vorschlag

Seit Inkrafttreten des Lissabonner Vertrags darf auch das Parlament in Handelsfragen mitbestimmen. Seit 2005 war die EU-Kommission mit ähnlichen Vorstößen an den Mitgliedsländern gescheitert.

Nun will sie einen überarbeiteten Vorschlag vorlegen.

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