Hessischer IG-Metall-Chef Schild: "Mitarbeiter an Opel beteiligen"

Hessischer IG-Metall-Chef Schild: "Mitarbeiter an Opel beteiligen"

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Armin Schild, IG Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland

Der hessische IG-Metall-Chef Armin Schild über die Mitarbeiterbeteiligung bei Opel und die künftige Strategie seiner Gewerkschaft.

WirtschaftsWoche: Herr Schild, die Zukunft von Opel bleibt eine Hängepartie. Glauben Sie, dass vor der Bundestagswahl am 27. September noch eine Entscheidung über den künftigen Eigentümer fällt?

Schild: Die Entscheidung über die Zukunft von Opel muss vor der Internationalen Automobilausstellung fallen, die am 17. September beginnt. Dort muss es endlich wieder um die automobile Kompetenz von Opel gehen, insbesondere um den neuen Astra und den Ampera. Wenn stattdessen die Debatte um die unsichere Zukunft von Opel die IAA überlagert, wäre dies für das Unternehmen eine Megakatastrophe! Wer das in Kauf nimmt, betreibt die bewusste Schädigung der Marke.

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Dagegen werden sich die Belegschaften zur Wehr setzen, mit politischem und juristischem Druck.

Die Opel-Mitarbeiter sollen sich am Rettungspaket mit rund 1,2 Milliarden Euro beteiligen und dafür mit zehn Prozent...

...gerne auch mehr, dem geforderten Einsparungsbetrag entsprechend...

...am Unternehmen beteiligt werden. Wie wird das in der Praxis aussehen?

Zunächst einmal: Dies ist ein Beitrag der Belegschaften, den es nur für ein Konzept gibt, das sie überzeugt. Wenn es dazu kommt, sollen die Kapitalanteile verwaltet werden von einer beim Betriebsrat angesiedelten Gesellschaft sowie einem Verein, der das operative Geschäft erledigt. Dazu kommt ein Aufsichtsrat, in dem auch externe IG Metaller sitzen. Die Gesellschaft ist bereits gegründet, und der Kapitaltopf wird bereits gefüllt, zum Beispiel mit anstehenden Tariferhöhungen.

Das geschieht aber reversibel und unter dem Vorbehalt, dass bei einer von uns nicht unterstützten Entscheidung von GM oder Treuhand jeder bei Opel so gestellt wird, als hätte es diese Übung nie gegeben.

Wenn Opelaner ihre Anteile später mal verkaufen wollen…

...das geht nicht. Der Einzelne wird weder kaufen noch verkaufen können. So wie es keine individualisierte Beteiligung an der Rettung von Opel gibt, wird es auch keine individualisierte Kapitalbeteiligung, etwa über Vorzugsaktien, geben. Dann bekämen wir im Übrigen steuerliche Probleme, denn die Menschen müssten für ihren unfreiwilligen Verzicht auch noch Kapitalsteuern zahlen. Nicht der Mitarbeiter entscheidet, ob er sich beteiligt, sondern Betriebsrat und IG Metall schließen mit dem Arbeitgeber einen Kollektivvertrag. Die Kapitalbeteiligung wird also gebündelt.

Und die Erträge?

Die kriegen die Mitarbeiter, aber nicht scharf gerechnet. Vorstellbar wäre, dass jeder einen Festbetrag erhält, wenn er das Unternehmen verlässt oder in Rente geht.

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