Hewlett-Packard-Chef Mark Hurd: "Entweder ganz oder gar nicht"

Hewlett-Packard-Chef Mark Hurd: "Entweder ganz oder gar nicht"

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Mark Hurd

Hewlett-Packard-Vorstandschef Mark Hurd über die wachsende Abhängigkeit der Unternehmen von IT-Konzernen und die Chancen der Konkurrenz.

WirtschaftsWoche: Mr. Hurd, die IT-Industrie erregt Aufsehen durch spektakuläre Übernahmen. Hewlett-Packard, kurz: HP, kaufte im vergangenen Jahr den weltweit tätigen IT-Dienstleister EDS, Softwareanbieter Oracle will den Server-Riesen Sun schlucken. Geht das so weiter?

Hurd: Ich glaube, wir stehen erst am Anfang. Denn Kunden wollen – insbesondere in der gegenwärtigen Wirtschaftslage – mit Lieferanten zusammenarbeiten, die global aufgestellt sind, die ein breites Portfolio haben und über die notwendige Größe und damit Stabilität verfügen. Daher führt eine Wirtschaftskrise wie die jetzige eher zu mehr Übernahmen.

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Zwingt nicht auch der Wunsch der Unternehmen, möglichst alle Dienste rund um IT aus einer Hand zu beziehen, zu Übernahmen?

Die Entwicklung wird schlicht auch von dem wachsenden Reifegrad der IT-Industrie vorangetrieben. Die Kunden wollen gar nicht unbedingt alles aus einer Hand haben. Sie wünschen sich vor allem einen Partner, auf dessen Fähigkeit zur Umsetzung wirklich großer IT-Projekte sie sich verlassen können.

Erhöhen die Übernahmen nicht auf Dauer die Abhängigkeit der Unternehmen von einem bestimmten IT-Anbieter?

Das ist ein ganz großes Thema. Denn die Unternehmen wünschen sich neben der Größe und Stabilität ihres IT-Partners gleichzeitig auch Auswahl. Das ist ein Spannungsverhältnis, das in jeder Industrie besteht, die sich konsolidiert.

Und wie reagieren Sie darauf?

Wir versuchen, unseren Kunden ständig zu beweisen, wie wichtig wir für sie sind. Dabei müssen wir zeigen, dass der Kunde jeweils das Beste von uns erhält: das beste Produkt, etwa ein auf die Größe des Unternehmens passendes Speichersystem in Kombination mit passender Speichersoftware sowie einer Beratungsdienstleistung, die dem Kunden ein derartiges System schlüsselfertig übergibt.

Führt die Übernahmewelle nicht zurück in die Siebzigerjahre, als es bei Hard- und Software nur ein paar wenige Komplettanbieter gab?

Na ja, warten wir erst einmal ab, was mit dem Deal zwischen Oracle und Sun passiert, er ist ja noch nicht abgeschlossen. Immerhin ist Oracle ja auch ein sehr guter Partner von uns...

Warum haben Sie sich Sun wegschnappen lassen, hätte der Server-Riese denn nicht auch zu HP gut gepasst?

Lassen Sie es mich so sagen: Als wir im vergangenen Jahr EDS kauften, war dies sehr strategisch für HP. Die Übernahme katapultierte uns bei IT-Dienstleistungen in eine neue Größenordnung. Sun hätte uns im Geschäft mit Hochleistungsservern geholfen, die Großkonzerne in der Regel in ihren Rechenzentren einsetzten. Das wäre auch wichtig, aber nicht so strategisch bedeutsam für HP gewesen. Wir sind glücklich mit der Welt, so wie ist.

Schon heute ist HP ein IT-Unternehmen, das über eine der breitesten Angebotspaletten verfügt. Wo sehen Sie noch Möglichkeiten, Ihr Portfolio etwa durch Zukäufe zu verbessern?

Sie verstehen, dass ich Ihnen hier keine Liste mit potenziellen Übernahmezielen vorlegen kann. Andererseits müssen wir aber auch gar nicht alles anbieten. Unsere Strategie zielt vor allem darauf ab, den Kunden eine umfassende IT-Infrastruktur anbieten zu können. Dazu zählen die PCs, Server-Computer, Netzwerk-Komponenten, Speichersysteme und ein Softwareangebot, das wir in den vergangenen Jahren durch gezielte Zukäufe ausgebaut haben. Diese Segmente können wir alle miteinander kombinieren – gerade so, wie das für unsere Kunden am besten passt.

Ihr Geschäftsbereich Software steht trotz diverser Übernahmen in den vergangenen Jahren aber erst für rund drei Prozent des HP-Umsatzes – deutlich weniger als bei manchem Wettbewerber...

...als Teil des Gesamtkonzerns stimmt die Zahl. Zugleich sind wir mittlerweile aber das sechstgrößte Softwareunternehmen der Welt.

Dennoch: Sind drei Prozent genug, um den HP-Kunden ein umfassendes Angebot aus Hardware, Software und Dienstleistungen machen zu können?

Ich glaube nicht, dass es wichtig ist, „genug“ Umsatz mit Software zu machen. Es geht doch vielmehr um die richtige Strategie, um die Frage, ob wir richtig ausgerichtet sind. Und ob wir die passenden Managementfähigkeiten haben, diese umzusetzen. Wir sind grundsätzlich mit unserem gegenwärtigen Portfolio zufrieden und glauben, dass wir gut positioniert sind.

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