Hochief-Angreifer: Die teuren Freunde von ACS-Chef Pérez

Hochief-Angreifer: Die teuren Freunde von ACS-Chef Pérez

ACS-Chef Florentino Pérez hat eine Gruppe wohlhabender Freunde um sich geschart. Wer die reichen Männer hinter dem schillernden Vorstandschef sind.

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Florentino Pérez

ACS-Chef Florentino Pérez wäre heute nicht einer der einflussreichsten Bauunternehmer in Europa, hätte eine Familie auf Mallorca nicht von Anfang an mit Geld und guten Verbindungen auf ihn gesetzt. Esteban Urreiztieta, Autor des Buches „Die Marchs – das geheime Vermögen“: „Pérez war lange so etwas wie ein Angestellter des March-Clans.“ Allerdings ein cleverer, der stets zu seinem eigenen Nutzen handelte. Die March-Gruppe hält über die Beteiligungsgesellschaft Alba mehr als 23 Prozent an dem von Pérez seit 1997 aufgebauten Baukonzern. Die Marchs unterstützten ihn bei der Kandidatur als Präsident beim Fußballverein Real Madrid ebenso wie bei der Hochtief-Übernahme : „Wir vertrauen ihm. Er hat unser Geld stets vervielfacht“, sagt Juan March, Enkel des gleichnamigen Firmengründers.

Die Unterstützung für Pérez ist handfest: Die March-Tochter Alba stellte den größten Teil der Garantie für die als Aktientausch geplante Hochtief-Übernahme bereit. Der Rest kam in fast gleichen Anteilen von Pérez selber, der 12,5 Prozent an ACS hält, und der Hotelkette Iberostar, die rund fünf Prozent besitzt. Natürlich machen die Marchs auch hier ein Geschäft, da für diese Garantie eine Kommission von 0,5 Prozent pro Halbjahr fällig wird, zuzüglich 0,1 Prozent Provision für den Gegenwert der dann tatsächlich getauschten Aktien.

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Schweine und Schmuggel

Wie Pérez, der sich auf keine Partei festlegt, sind die Marchs pure Opportunisten. Die Sippe wurde groß mit Schweinehandel, Immobiliendeals, Tabakanbau und Schmuggel, unterstützte 1936 den Putsch von Diktator Francisco Franco sowie später die Rückkehr zur Monarchie, arbeitete im Zweiten Weltkrieg mit Nazis und Alliierten zusammen und investierte später in Zeitungen und andere spanische Unternehmen. Heute gehört der Familie unter anderem die 1926 gegründete zehntgrößte Bank des Landes, Banca March.

Zwei weitere Großaktionäre haben Pérez’ Erfolg mit ermöglicht: die „Albertos“, Alberto Alcocer und Alberto Cortina. Sie haben ihrem Freund immer zur Seite gestanden und halten über ihre Investmentgesellschaft Alcor fast 14 Prozent an ACS. Dass sie keine Zusage für die Garantie bei der Hochtief-Übernahme gemacht haben, ist nicht als Affront gegen ihren Freund Pérez zu verstehen, sondern finanzielle Verbindlichkeiten machten es nach Medienberichten unmöglich. Beide standen schon wegen Betrugs vor Gericht, wurden aber bisher immer freigesprochen.

Die Albertos kamen durch gute Beziehungen an ihr Vermögen: Sie vermählten sich mit den Töchtern des deutschstämmigen Unternehmers Ernst Koplowitz. Die Mädchen wurden nach dem frühen Tod ihrer Eltern von dem Gründer der spanischen Kaufhauskette El Corte Inglés adoptiert. Sie sind Aktionäre großer spanischer Unternehmen, wo sie ihre Männer als hochrangige Manager positionierten. Inzwischen sind beide Paare wieder getrennt. Die „Albertos“ gehören aber wie Pérez und der March-Clan nach wie vor zu den einflussreichsten Finanziers des Landes.

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