Hohe Abschreibungen: Deutsche Bank: Milliardengrab Postbank-Übernahme

Hohe Abschreibungen: Deutsche Bank: Milliardengrab Postbank-Übernahme

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Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank AG, Josef Ackermann

Weit über zwei Milliarden Euro muss die Deutsche Bank auf ihren bisherigen Anteil an der Postbank abschreiben. Dadurch wird klar: Josef Ackermann hat für seinen Einstieg zu viel bezahlt.

Fast auf den Tag zwei Jahre nach dem Einstieg bei der Postbank hat das Zögern ein Ende: Die Deutsche Bank macht mit der Übernahme Ernst. Vor dem Hintergrund der vergangene Woche bekannt gewordenen milliardenschweren Kapitalerhöhung kündigte Konzernchef Josef Ackermann gestern an, den Postbank-Aktionären ein freiwilliges Übernahmeangebot zu unterbreiten. Der Preis werde sich in der Region von 24 bis 25 Euro je Aktie bewegen. „Für das Übernahmeangebot an die Aktionäre der Postbank nutzen wir das derzeit bestehende günstige Zeitfenster, um die Gesamtkosten der Akquisition zu minimieren“, erklärte der Top-Banker. „Damit können wir unsere starke Position auf dem Heimatmarkt weiter ausbauen.“

Was Ackermann gestern im letzten Satz seiner Pressemitteilung fast versteckte: Deutschlands Branchenprimus hat vor zwei Jahren für seinen Einstieg bei Deutschlands größtem Privatkundeninstitut zu viel Geld auf den Tisch gelegt – das wird jetzt klar: Auf die Postbank-Beteiligung in Höhe von knapp 30 Prozent werden noch im laufenden dritten Quartal voraussichtlich 2,4 Mrd. Euro an Abschreibungen fällig. Auch deshalb muss Ackermann seine Aktionäre um frisches Kapital bitten – und zwar weit mehr, als Analysten bis vor kurzem noch erwartet hatten. Mindestens 9,8 Mrd. Euro soll die Kapitalerhöhung schwer sein, deren grobe Struktur schon vergangenen Donnerstag bekannt geworden war.

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Wie die Deutsche Bank gestern mitteilte, sollen die bisherigen Eigentümer für zwei vorhandene Aktien das Recht auf den Erwerb einer neuen erhalten. Das Bankenkonsortium, das unter anderem aus UBS, Santander, Bank of America Merrill Lynch, Commerzbank, HSBC sowie anderen Häusern besteht, hat der Deutschen Bank garantiert, nicht gezeichnete Aktien zum Preis von 31,80 Euro das Stück zu übernehmen. Dies würde einem kräftigen Abschlag von rund einem Drittel auf den Freitagsschlusskurs entsprechen. Die endgültigen Konditionen sollen aber erst am 20. September festgelegt werden. Der Handel mit den Bezugsrechten ist vom 22. September bis zum 5. Oktober geplant.

Mit der Ankündigung der Deutschen Bank wird klar, dass die umfangreiche Kapitalerhöhung vor allem nötig ist, um die komplette Übernahme der Postbank zu stemmen. Die härteren Regulierungsauflagen der weltweiten Finanzaufseher – Stichwort Basel III – dürften bestenfalls eine untergeordnete Rolle spielen. Umfangreiche Abschreibungen waren bislang im Zusammenhang mit dem knapp 30-prozentigen Anteilan der Postbank nicht vom Kapitalmarkt erwartet worden. Deren Kurs hat sich seit 2008 mehr als halbiert. Zuletzt notierte die Aktie bei rund 27 Euro – vor zwei Jahren waren es noch über 60 Euro.

Wandelanleihe zu 45 Euro je Postbank-Aktie

Immer klarer wird damit, dass sich Ackermann seinen Wunsch, im deutschen Privatkundengeschäft dominierende Kraft zu werden, viel hat kosten lassen. Zwar verhandelte die Deutsche Bank Anfang 2009 den Deal mit dem früheren Postbank-Eigentümer Deutsche Post nach. Doch noch immer müssen die Frankfurter gemessen am heutigen Kurs des Bonner Instituts zu viel zahlen. So fallen der Deutschen Bank im Februar 2012 über eine Pflichtumtauschanleihe weitere 27,4 Prozent der Postbank-Aktien von der Deutschen Post zu. Vereinbarter Preis: 45 Euro je Stück.

Hinzu kommt, dass die Postbank mit ihren rund 14 Millionen Kunden von ihrer alten Stärke weit entfernt ist. Noch immer schlummern gut fünf Mrd. Euro an zum Teil toxischen Wertpapieren in ihrer Bilanz. Und auch das Kerngeschäft mit privaten Kunden schwächelt. Offenbar blieb Ackermann vor diesem Hintergrund gar keine andere Wahl, als die Übernahme voranzutreiben. Denn nur mit einem Mehrheitserwerb dürften sich auf Dauer nennenswerte Synergien heben lassen – und der Einstieg sich möglicherweise doch noch einmal rechnen.

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