HSH Nordbank: Schweres Erbe für neuen Landesbank-Chef

HSH Nordbank: Schweres Erbe für neuen Landesbank-Chef

Bild vergrößern

Eingangsportal der HSH Nordbank: Als Nachfolger von Dirk Jens Nonnenmacher soll Paul Lerbinger durch diese Tür schreiten

Der Ex-Investmentbanker Paul Lerbinger soll den umstrittenen Dirk Jens Nonnenmacher bei der HSH Nordbank ablösen. Die Personalie ist ebenso überraschend wie charmant.

Es ist erst wenige Wochen her, da erzählte der Investmentbanker Paul Lerbinger in kleinem Kreis, wie er sich seine Zukunft vorstellt. Dass er aus Frankfurt zurück nach München ziehen werde, dass er weiter einige Aufsichtsratsmandate wahrnehmen wolle und dass er sich gerne stärker an der Universität engagieren würde. Jeder, der dabei war, hatte den Eindruck, dass sich hier jemand im Frieden mit sich selbst aus dem ganz aktiven Berufsleben verabschiedet, um sich eher zeitlosen Interessen zu widmen.

Nun wird es nichts mit der Ruhe. Lerbinger hat sich offenbar umstimmen lassen und übernimmt gleich einen der schwierigsten Jobs, den die deutsche Finanzwelt derzeit zu bieten hat. Der 55-jährige wird wohl im kommenden Jahr die Nachfolge des umstrittenen Dirk Jens Nonnenmacher als Chef der HSH Nordbank antreten. Nonnenmacher war in den vergangenen Jahren von einem Skandal in den anderen geschlittert, wobei seine Verwicklung in dubiose Entlassungen von Topmanagern bis heute nicht geklärt ist.

Anzeige

So überraschend die Wahl auch ist, so viel spricht erst mal für den künftigen Münchner in Hamburg. Als Externer ist Lerbinger völlig unbelastet von den Sünden der Vergangenheit. Er wird nahezu in der gesamten Branche als hoch kompetent  und – was bei seinem neuen Job mindestens genauso wichtig sein dürfte – auch als persönlich integer geschätzt. Mit seiner ruhigen, ausgleichenden Art könnte es ihm tatsächlich gelingen, das angespannte Klima in der Landesbank zu befrieden und sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die Aufgabe ist schwer genug: Auch wenn es zuletzt Erholungszeichen gab, ist die Zukunft der HSH keinesfalls gesichert. Mit Lerbinger an der Spitze lässt sich zumindest das Ferneziel glaubhaft weiter aufrechterhalten: Er hat eine Vielzahl von Börsengängen begleitet und zumindest offiziell soll auch die HSJH diesen Weg gehen.

Schwierige Politik

Was Lerbinger fehlt, sind Erfahrungen im ganz engen Zusammenspiel mit der Politik. Er kennt die Landesbanken und das sie umgebende politische Interessensgeflecht nur von Beratungsmandaten. Seine Karriere hat er ausschließlich in großen, internationalen Geschäftsbanken, vor allem bei der Deutschen Bank und der Citi, absolviert. Dass sich Manager mit diesem Hintergrund  in der Landesbankenwelt nicht immer leicht tun, hat auch Lerbingers  baldiger Aufsichtsratschef Hilmar Kopper deutlicher erfahren müssen, als er es vorher gedacht hätte. Nun schimpft er regelmäßig auf die Politiker, die die HSH durch übertriebene Renditeerwartungen erst in die Schieflage getrieben haben sollen. Und auch seinen Schützling Nonnenmacher, gegen den die Staatsanwälte schon seit Monaten ermitteln, sieht er als unschuldiges Opfer. Die Erfahrungen der letzten Monate machen damit zumindest eins klar: Auch Lerbinger wird sich über mangelnde Rückendeckung seines Aufsichtsratschefs nicht beklagen können.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%