Huawei: Umstrittener chinesischer Export

Huawei: Umstrittener chinesischer Export

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Mitarbeiter vor der Huawei-Zentrale: Bis zur Selbstaufopferung für die Firma arbeiten

Der Telekomausrüster Huawei ist einer der erfolgreichsten Konzerne Chinas – und der umstrittenste. Jetzt will er noch stärker im Ausland expandieren.

Die Konzernzentrale des chinesischen Telekomausrüsters Huawei am Stadtrand der südchinesischen Boomtown Shenzhen präsentiert sich offen und freundlich. Breite, helle Straßen, gepflegte Grünanlagen, das Gras ist auf Golfplatzniveau getrimmt. Hinter transparenten Fassaden arbeiten Forscher an neuen Lösungen für Telefonnetze. Neben dem Eingang blüht Rhododendron.

Nur der kleine, schwarze Flachbau gegenüber dem Forschungszentrum stört das idyllische Bild: ein abweisendes Granitgebäude umgeben von einer hohen Hecke, die neugierige Blicke verwehrt. Dieser Bürobunker ist das Reich von Huawei-Chef Ren Zhengfei, der Huawei – auf Deutsch: China kann was – vor 20 Jahren mit einem Startkapital von umgerechnet 2.000 Euro und sechs Mitarbeitern gegründet hat.

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So finster das Ambiente, so öffentlichkeitsscheu ist der 64-Jährige. Während andere chinesische Konzernchefs inzwischen auf Großevents wie dem World Economic Forum in Davos auftreten, hat Ren noch nie vor einem größeren oder gar internationalem Publikum gesprochen. Interviews gibt er nicht, und nur selten gewährt Huawei Journalisten Zutritt zum Unternehmen.

Große Fortschritte auf westlichen Märkten durch Rabatte

Das Gesicht für die Öffentlichkeit ist Chief Marketing Officer Eric Xu. Er soll für ein sympathisches Erscheinungsbild sorgen. Ihn schickt Konzernchef Ren vor, wenn sich Kontakte mit der Außenwelt nicht vermeiden lassen. Denn Huawei ist keine kleine Klitsche. Mit weltweit 80.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von gut 16 Milliarden US-Dollar (2007 plus 45 Prozent) ist es eines der erfolgreichsten Unternehmen im Reich der Mitte und das erfolgreichste im Ausland. Etwa drei Viertel seines Geschäfts macht Huawei heute schon auf Märkten außerhalb Chinas.

Die Produktpalette reicht vom Netz bis zum Endgerät. In Russland etwa verlegen die Chinesen Glasfaserkabel, für British Telecom modernisieren sie das britische Telefonnetz, der Deutschen Telekom liefern sie die Steckkarten, die den drahtlosen Zugang per Laptop ins Internet ermöglichen, und dem Mobilfunkkonzern Vodafone exklusiv UMTS-Handys für 21 Länder, darunter auch Deutschland.

Für die etablierten westlichen Anbieter wie Cisco und Alcatel-Lucent sind die Chinesen inzwischen ein gefürchteter Konkurrent. „In den kommenden Jahren wird Huawei den Platzhirschen weitere Marktanteile abjagen“, prophezeit Wang Wei von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte in Düsseldorf, der chinesische Unternehmen bei ihrer Expansion ins Ausland berät, „die Chinesen können hoch innovative Produkte und Lösungen zu deutlich günstigeren Preisen anbieten.“ Auf den entwickelten Märkten im Westen, vor allem in Europa, hat Huawei in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht – auch weil die Chinesen Neukunden zum Teil Rabatte von 80 bis 90 Prozent einräumen und der Konkurrenz so massenhaft Aufträge abjagen konnten.

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