Hublot-Chef Biver: "Nicht alle Uhrenhersteller werden die Krise überleben"

Hublot-Chef Biver: "Nicht alle Uhrenhersteller werden die Krise überleben"

Jean-Claude Biver, Chef des Uhrenherstellers Hublot des Luxuskonzerns LVMH, geht davon aus, dass vor allem kleinere Uhrenhersteller die aktuelle Wirtschaftskrise nicht überleben werden.

Alle anderen müssten sich schon jetzt auf die Zeit nach der Krise vorbereiten und neue Trends setzen, sagte Biver im Gespräch mit fivetonine, dem Lifestylemagazin der WirtschaftsWoche.„Alle bekommen die Krise zu spüren. In den nächsten drei Jahren werden sogar einige sterben. Leider. Bedroht sind aber eher die kleinen, unabhängigen Marken. Firmen innerhalb einer großen Gruppe wird das nicht passieren.“

Der Branche rät Biver dennoch zu Optimismus. „Es ist wie beim Bergsteigen. Da schaut man nicht in den Abgrund, sondern nach oben. Der Gipfel ist das Ziel! Die wirkliche Krise kommt nach der Krise. Dann sind nämlich neue Trends gefragt, weil die Menschen neue Einstellungen und Bedürfnisse haben. Wenn man diesen Trend nicht erwischt, kommt man nie wieder aus dem Schlamassel raus.“

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Deshalb dürften die Hersteller keinesfalls ihre Mittel für „Kreativität, Innovation und Forschung bremsen“, so Biver. Hublot arbeite derzeit an den Uhren für die Zeit nach der Krise. „Das Lebensgefühl nach der Krise wird Fröhlichkeit sein. Bloß weg von der Depression. Wir beschäftigen uns bei Hublot momentan mit der Farbigkeit, etwa mit farbigem Saphirglas. In diesem Frühjahr lancieren wir zudem eine neue Uhrenkollektion, die King Power, die ist schon ein bisschen Macho. Und 2010 kommt ein neues Hublot-Uhrwerk: Unicum, in ihm stecken gleich drei technische Weltneuheiten, aber mehr verrate ich nicht.“

Ausgesprochen zufrieden ist Biver mit der Entwicklung des deutschen Marktes und macht als Schweizer dem großen Nachbarland eine Liebeserklärung gerade in der Zeit, in der die deutsch-schweizerische Beziehungen eher angespannt sind.

„Die Deutschen sind sehr anspruchsvolle Kunden, weil sie wie bei Autos auch bei Uhren in technische Perfektion vernarrt sind. Ihnen habe ich meinen Erfolg mit Blancpain zu verdanken. Als ich Anfang der Achtzigerjahre die Marke mit mechanischen Uhren wiederbelebte, während überall Quarzuhren gefragt waren, waren sie die Ersten, die sich dafür begeisterten. In Deutschland begann der Mechanik-Boom, der den ganzen Globus eroberte – und bis heute anhält. Daher liebe ich dieses Land ... und wegen meiner Frau. Sie ist Deutsche.“

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