Hypo Real Estate: Schrumpfbank auf dem Silbertablett

Hypo Real Estate: Schrumpfbank auf dem Silbertablett

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Manuela Better, Vorstandschefin der Hypo Real Estate

von Mark Fehr

Vorstandschefin Manuela Better will das Kerngeschäft der Krisenbank privatisieren. Doch ein Käufer für das geschrumpfte Institut ist nicht in Sicht.

Wenn Anfang September die Abgeordneten des Bundestages aus dem Urlaub kommen, wird sich der parlamentarische Kontrollausschuss sofort die Hypo Real Estate vorknöpfen. "Die Steuerzahler können sicher sein, dass die HRE bei der ersten Sitzung nach der Sommerpause oben auf der Tagesordnung steht", sagt ein Mitglied des Gremiums, das die Staatsmilliarden für die Rettung deutscher Krisenbanken überwacht.

Die Volksvertreter interessiert vor allem eines: Wie teuer kommt die Misere des 2009 verstaatlichten Instituts die Staatskasse noch zu stehen? Derzeit stecken Hilfen von 7,7 Milliarden Euro in der Hypothekenbank, deren Pleite im Zuge der Finanzkrise nur mühsam verhindert werden konnte.

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Kein Käufer in Sicht

Seit kürzlich eine Schätzung des Bankenexperten Dirk Schiereck von der Technischen Universität Darmstadt bekannt wurde, herrscht zusätzliche Unsicherheit über die Restrisiken. Laut Schiereck muss die Bad Bank, in die die HRE ihre Schrottpapiere ausgelagert hat, noch rund 50 Milliarden Euro abschreiben. Bisher hieß es beim Bund, dass die Rückstellungen in Höhe von knapp vier Milliarden Euro für die zu erwartenden Abschreibungen ausreichten. "Die Diskrepanz zwischen den unterschiedlichen Verlustschätzungen ist so groß, dass das Finanzministerium jetzt für Aufklärung sorgen muss", fordert Gerhard Schick, Finanzexperte der Grünen, gegenüber der WirtschaftsWoche.

Die Diskussion kommt zur Unzeit für HRE-Chefin Manuela Better. Denn die öffentliche Aufregung über die Bad Bank als Fass ohne Boden hatte zuletzt nachgelassen. Better will mit der milliardenteuren Vergangenheit der HRE abschließen und das in Deutsche Pfandbriefbank umbenannte operative Geschäft privaten Investoren schmackhaft machen. Doch bisher ist kein Käufer in Sicht für die Schrumpf-Bank, die einen engen und margenschwachen Markt bedient – und deren Ruf unter weiteren potenziellen Verlusten leidet, die aus der Bad Bank noch hochgären.

Erste Frau an einer deutschen Bankenspitze

"Wir wollen einen möglichst großen Teil der aus Steuermitteln geleisteten Unterstützung zurückführen", sagt Better und lässt keinen Zweifel daran, dass sie ernst machen will mit der Reprivatisierung. Die 50-jährige, zierliche und resolute Bankmanagerin ist die erste Frau an der Spitze eines deutschen Kreditinstituts, seit sie im März 2010 Axel Wieandt ersetzte. Vergangene Woche hat der Aufsichtsrat Betters Vertrag um fünf Jahre verlängert.

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