
"Wasserstoff ist heute das bessere Öl", sagt Mercedes-Chef Dieter Zetsche plakativ am Vorabend der 64. IAA. Diese Aussage fällt natürlich nicht ohne Hintergrund. Bereits seit über zehn Jahren entwickeln die Stuttgarter Autos mit Brennstoffzellen. Und die benötigen nun mal reinen Wasserstoff.Bereits Ende der 1990er wurde innerhalb der nächsten Jahre vollmundig ein Brennstoffzellenfahrzeug in Serienproduktion versprochen. Soweit gekommen ist es nie. Jetzt hat Zetsche diese Ansage wiederholt. Statt erst 2015 soll bereits ein Jahr früher die B-Klasse F-Cell - so nennt Mercedes seine Autos mit Brennstoffzelle - in Serie kommen.
Zwar sind drei Exemplare der Brennstoffzellen-B-Klasse bereits einmal um die Welt gefahren, in der öffentlichen Diskussion um die Zukunft des Automobils ging die Wasserstoff-Vision von Mercedes bis jetzt unter. Dabei hat die Technik ihre Vorteile: Die Dauer des Auftankens ist vergleichbar mit einem Auto mit Verbrennungsmotor, lange Ladezeiten der Batterie entfallen. Zudem ist die Reichweite höher (die B-Klasse-Prototypen schaffen bis zu 400 km mit einer Tankfüllung) und die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältiger als bei einem reinen E-Antrieb.Zetsche bilanziert: "Die Brennstoffzelle bietet alles, was Sie von herkömmlichen Autos gewöhnt sind - außer den Emissionen." Nun ist das Konzept der Brennstoffzelle wie bereits gesagt bei Mercedes nicht neu, aber dafür die Umsetzung: der "F125!".
Bei diesem Forschungsfahrzeug von der Größe einer Luxuslimousine verzichten die Stuttgarter auf einen herkömmlichen Tank. Statt in einem zylindrischen Gastank im Unterboden oder unter dem Kofferraum wird der Wasserstoff in einem Feststoffspeicher gelagert. Dieser sogenannte Wasserstoff-Verbundspeicher lässt sich in die Karosseriestruktur integrieren und nimmt so keinen zusätzlichen Platz ein.Zu dem Wasserstoff-Antrieb hat der F125! noch eine Lithium-Ionen-Batterie, die an der Steckdose oder induktiv aufgeladen werden kann. Die Ingenieure versprechen sich von dieser Brennstoffzellen-Plug-In-Kombination bis zu 1.000 km Reichweite. Langsam ist das Forschungsfahrzeug damit nicht. Es soll eine Dauerleistung von 231 PS und eine Spitzenleistung von 313 PS liefern. Der Spurt von 0 auf 100 km/h dauert 4,9 Sekunden.













