IBM-Chef Sam Palmisano : IBM zahlt Gehaltserhöhung für 60 Prozent der Mitarbeiter

IBM-Chef Sam Palmisano : IBM zahlt Gehaltserhöhung für 60 Prozent der Mitarbeiter

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IBM-Chef Sam Palmisano will trotz Krise mehr Mitarbeiter einstellen.

Der IT-Konzern IBM will auch in der aktuellen Wirtschaftskrise weiter mehrere Tausend Mitarbeiter einstellen und plant eine Gehaltserhöhung für rund zwei Drittel seiner weltweit knapp 400.000 Mitarbeiter.

 In seinem ersten Interview mit einem deutschen Medium seit seinem Aufrücken zum Vorstandschef im März 2002 sagte Palmisano der Wirtschaftswoche, IBM wolle die Krise nicht nutzen, um etwa die Personalkosten zu drücken, wie das Konkurrenten wie etwa HP aktuell tun.

„Trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten halten wir unser Bonusprogramm aufrecht – und zwar in einer Größenordnung, die vergleichbar ist mit IBMs Rekordjahr 2007“, so Palmisano. „Etwa 60 Prozent aller IBM-Mitarbeiter erhalten eine Gehaltserhöhung. Davon generell ausgenommen sind weltweit alle Executives, was angemessen ist. Wir kürzen also nicht die Gehälter.“

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Gehaltskürzungen seien der falsche Weg, um erfolgreich zu sein. „Wir wollen vor allem Naturwissenschaftler oder Ingenieure einstellen. Doch die können wir nicht von IBM überzeugen, indem wir Gehälter kürzen."

"Talentierte Menschen haben auch in schwierigen Zeiten berufliche Alternativen. Unser ganzes Geschäftsmodell basiert auf Innovationen, etwas zu tun, was nicht jeder tut – das liefert pro Umsatz letztlich auch einen höheren Gewinn.“

Höhere Löhne seien auch ein Signal, um gerade jetzt die Belegschaft um qualifizierte Ingenieure aufzustocken. „Wir stellen weiter Leute ein. Und zwar weltweit in einer Größenordnung von Tausenden Stellen allein in diesem Jahr.“

Gehaltskürzungen seien der falsche Weg, um erfolgreich zu sein

Palmisano unterstrich, dass sich IBM noch deutlich besser entwickelt als geplant und in diesem Jahr voraussichtlich ein neues Rekordergebnis erreichen wird.

„Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage wird 2009 für IBM ein weiteres Rekordjahr in Sachen Profitabilität“, so der IBM-Chef zur WirtschaftsWoche. „Mit dem Bericht über das zweite Quartal vor zwei Wochen haben wir unsere Erwartung für den Jahresgewinn pro Aktie sogar von 9,20 Dollar auf 9,70 Dollar angehoben.

Und wir liegen weiterhin vor unserer Planung für 2010, den Gewinn dann auf 10 bis 11 Dollar pro Aktie zu steigern.“

Angesichts der Wirtschaftskrise rät der IBM-Chef den Unternehmen, sich bei der Verbesserung von Infrastruktur nicht nur auf naheliegende Reparaturen zu beschränken. „Bei staatlichen Investitionen sollte man sich nicht bloß auf kurzfristige Verbesserungen konzentrieren wie etwa Schlaglöcher in Straßen.

Warum nicht gesellschaftliche Probleme lösen und dabei gleichzeitig höher qualifizierte Jobs schaffen? Um Energie effizienter zu nutzen, benötigt man gut ausgebildete Menschen. Ähnlich ist es im Gesundheitswesen. Das sind nachhaltige Investitionen in Technik, die einen Mehrwert für die Gesellschaft insgesamt schaffen.“

Welche Möglichkeiten neue Steuerungstechniken bieten, zeige die Umstellung des IBM-Rechenzentrums. „Wer ein Rechenzentrum auf eine bestimmte Weise baut, spart die Hälfte seiner Energiekosten. Wir selber haben bei IBM eine Milliarde Dollar eingespart, indem wir unsere IT auf energiesparende Computer umgestellt haben – im Jahr!“

Das vollständige Interview mit IBM-Chef Palmisano lesen Sie ab kommenden Montag in der WirtschaftsWoche.

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