IBM : Frau an der Spitze

IBM : Frau an der Spitze

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Sam Palmisano ist Vorstands-Chef bei IBM

von Matthias Hohensee

Wechsel an der IBM-Spitze: Sam Palmisano geht, ihm folgt eine Frau. Die Verkaufschefin Virginia Rometty beerbt IBM-CEO Sam Palmisano. Sie galt seit langem als Kronprinzessin. Zuvor hat sie den Chefsessel bei einem Erzrivalen ausgeschlagen.

Reihenweise holte sich der Aufsichtsrat von Hewlett Packard Körbe, als er im Herbst vergangenen Jahres nach einem Nachfolger für den geschassten Mark Hurd suchte. Auch Virginia Rometty, Verkaufschefin von IBM, sagte ab. Steve Mills, Softwarechef von IBM, winkte ebenfalls ab. Beide Topmanager waren im Rennen um den Chefposten bei IBM. Bei Rometty, Spitzname Ginni, hat sich die Loyalität gelohnt. Am 1. Januar 2012 übernimmt die 54jährige Informatikerin den Vorstandsvorsitz von IBM. Sie galt als Topkandidatin, nachdem sie im Sommer im vergangenen Jahres die wichtigen Zusatzaufgaben Marketing und Strategie übernommen hatte.

Der jetzige Chef Sam Palmisano (60), der im März 2002 das Amt von Konzernretter Lou Gerstner übernahm und IBM zu einer von der Konkurrenz beneideten Grösse in der Informationstechnologie etablierte, wechselt im Januar in den Aufsichtsrat. Kürzlich überholte IBM seinen Wettbewerber Microsoft beim Börsenwert. In der Hightechbranche ist nur noch Apple wertvoller. IBM ist inzwischen nicht mehr vom Verkauf von Hardware abhängig, sondern macht seine Gewinne mit dem wesentlich lukrativeren Hard- und Softwaregeschäft.

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IBM-Chefs sind maximal 60

Zum ersten Mal steht mit Rometty ab 2010 eine Frau an der Spitze des traditionsreichen Konzerns, auch Big Blue genannt. Sie tritt gegen eine andere mächtige Frau an – Ex-Ebay-Chefin Meg Whitman, die vor kurzem das Ruder beim IBM-Konkurrenten Hewlett Packard übernahm. Bei der Branchengröße Oracle ist zwar seit über 30 Jahren Larry Ellison Vorstandschef. Doch hinter den Kulissen hält Safra Catz Oracle in Trab, die mit dem ehemaligen HP-Chef Mark Hurd um die Nachfolge des 67jährigen Oracle-Gründers rangelt. Bei Xerox wiederum steht Ursula Burns an der Spitze.

Rometty stach bei ihrer Beförderung mehrere Konkurrenten aus, unter anderem Hardware-Chef Rodney Adkins und Global Service-Chef Michael Daniels. Ihr hochkarätigster Wettbewerber, Software-Chef Steve Mills, hatte jedoch den Nachteil, dass er mit 60 im gleichen Alter wie der scheidende Konzernchef Palmisano ist. Obwohl es offiziell keine Regel gibt, legen die Chefs von Big Blue beim Erreichen des 60. Lebensjahr traditionell den Vorstandsvorsitz nieder.

Seit 30 Jahren bei IBM

Rometty arbeitet seit 30 Jahren bei IBM. Sie machte sich besonders beim Aufbau der Servicesparte von IBM einen Namen, der wichtigsten und profitabelsten Sparte des Hightech-Konzerns. Sie trieb die Integration der Unternehmensberatung Price Waterhouse Coopers voran, die IBM 2002 für 3,5 Milliarden Dollar übernahm. Danach forcierte sie die stärkere Expansion von IBM ins Ausland. Als Strategiechefin unterstützte sie Softwarechef Steve Mills bei der Expansion in die Datenanalyse für Geschäftskunden. Sie gilt als loyale Chefin und ist bei den meisten Mitarbeitern beliebt. Romettys Herausforderung wird sein, ein eigenes Profil aufzubauen. Bislang sind die IBM-Aktionäre mit dem von Palmisano eingeschlagenen Kurs bei Software, Cloud Computing und Datenanalyse weitgehend zufrieden. Seine Nachfolgerin muss nun ihre eigene Pfähle einrammen.

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