IBM und Sun: Größe ist alles in der IT-Industrie

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IBM

Die heftigste Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit treibt die Konsolidierung in der IT-Industrie weiter an. Laut einem Bericht der US-Wirtschaftszeitung „Wall Street Journal“ will der Computerkonzern IBM den Konkurrenten Sun Microsystems schlucken. Erst gestern verkündete der amerikanische Netzwerkspezialist Cisco, ins Geschäft mit Servern einsteigen und so die IT-Konzerne IBM und Hewlett-Packard (HP) angreifen zu wollen.

Schon heute kommen IBM und HP als die führenden Anbieter der High-Tech-Industrie auf jeweils mehr als 100 Milliarden Dollar Umsatz. Beide haben sich in den vergangenen Jahren zu Vollsortimentern entwickelt, die das ganze Portfolio von Computer-Hardware, Software und begleitenden IT-Dienstleistungen anbieten – dies auch und gerade durch Übernahmen.

Die heutige HP entstand vor einigen Jahren durch den Zusammenschluss des seinerzeit vor allem auf Drucker spezialisierten Anbieters HP mit dem PC-Hersteller Compaq. Im vergangenen Jahr schluckte HP mit EDS für rund 13 Milliarden Dollar noch einen großen Anbieter von IT-Services – ein Schritt, durch den HP in diesem Bereich überhaupt erst auf Augenhöhe mit dem Erzrivalen IBM gelangte.

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Jetzt schlägt IBM möglicherweise zurück. Zwar könne der Deal mit Sun noch scheitern, heißt es in der US-Wirtschaftszeitung „Wall Street Journal“, die berichtet, die Fusion könnte noch in dieser Woche besiegelt werden. Doch in Sachen Industrielogik ergäbe der Kauf durchaus Sinn. IBM wie Sun sind beide stark im Segment rund um das alternative Betriebssystem Linux, das sich bei Unternehmenskunden steigender Beliebtheit erfreut. Doch gerade in diesem Geschäft benötigen Kunden viel Beratung und Dienstleistungen – damit hat sich Sun, einstmals ein reiner Hardware-Hersteller, in den vergangenen Jahren trotz vieler Bemühungen schwer getan.

Alles aus einer Hand

IBM wiederum gewänne – obwohl Sun vor allem margenschwache Hardware im Angebot hat – Zugang zu einer loyalen Kundengruppe, für die sie neben IT-Services auch viele andere passende Produkte im Portfolio haben.

Die Kunden von Sun und IBM schließlich profitieren, weil sie mehr Produkte und Dienstleistungen aus einer Hand bekommen. Dadurch sinkt der Abstimmungsbedarf – und damit letztlich die oft vernachlässigten, in der Praxis aber sehr entscheidenden IT-Betriebskosten.

Dieser Trend zum so genannten One-Stop-Shopping zeigt sich in der IT-Welt schon länger: Im Bereich der Software zur Unternehmenssteuerung beispielsweise haben die beiden Marktführer SAP (Business Objects) und insbesondere Oracle (Siebel, Peoplesoft, Hyperion und andere) diverse Spezialanbieter geschluckt.

Und auch der gestern vom US-Netzwerkausrüster Cisco verkündete Strategieschwenk, künftig ebenfalls in der Geschäft mit Servern einsteigen und so die Marktführer IBM und HP angreifen zu wollen, beweist: Größe ist alles, zumindest in der Informationstechnologie.

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