ICE: Deutsche Bahn einigt sich mit Alstom

 
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ICE: Deutsche Bahn einigt sich mit Alstom

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Ein Intercity ICE-T der Deutschen Bahn: Der neue Bahn-Chef Rüdiger Grube hat eine lange Agenda - besonders mit der Politik.

von Christian Schlesiger

Die Neigetechnikzüge ICE-T bekommen neue Radsätze. Damit kehrt Ruhe ein im Konflikt zwischen Bahn und Hersteller. Reisende müssen sich dennoch noch Jahre auf Verzögerungen einstellen.

Erst Siemens, dann Bombadier, jetzt Alstom - die Deutsche Bahn einigt sich auch mit dem dritten wichtigen Hersteller der Hochgeschwindigkeitsflotte über den Umbau der Radsätze. Bis zuletzt blieben die Fronten zwischen Deutsche Bahn und dem französischen Hersteller Alstom verhärtet. Doch nun, nach zähen Verhandlungen, einigten sich die Vertreter auf einen Deal.

Der sieht den Austausch aller 1872 Radsätze in den 67 ICE-T-Zügen der Bahn vor. Alstom konstruiert, fertigt und liefert die neuen Radsätze und lässt sie vom Eisenbahn-Bundesamt (EBA) für den Fahrbetrieb genehmigen. Die Bahn baut sie ab Ende 2011 in ihren Werken in München, Frankfurt und Krefeld ein. Kosten der Einigung: mehr als 50 Millionen Euro. Alstom werde davon "einen erheblichen Beitrag" leisten, sagte Bahn-Technikvorstand Volker Kefer. Ansonsten wurde Stillschweigen vereinbart.

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Die Deutsche Bahn schafft damit ein großes Problem aus dem Weg. Die sensiblen Radsätze, die aus zwei Rädern und der Verbindungswelle bestehen, waren in der Vergangenheit durch kleine Risse aufgefallen. Seit dem entgleisten ICE3 in Köln und den bei Routineuntersuchungen entdeckten Haarrissen im ICE-T müssen die Hochgeschwindigkeitszüge zehn Mal häufiger per Ultraschall untersucht werden als bisher. Die Flotte der Deutschen Bahn stößt damit an ihr Limit, was insbesondere im Winter zu erheblichen Verzögerungen führte. Ziel der neu zu entwickelnden Radsätze sei es, die Wellen so zu konstruieren, dass Schotterflug nicht mehr zu Rissen führe.

Bessere Zusammenarbeit mit Herstellern

Die Einigung mit Alstom ist ein Meilenstein im Bestreben, endlich Ruhe in die auch öffentlich ausgetragene Auseinandersetzung einkehren zu lassen. Monate lang stritten Bahn und Industrie über die Verantwortlichkeit bei den technischen Problemen. Ein zäher juristischer Prozess ist damit vom Tisch. Der hätte möglicherweise Jahre angedauert: Gewährleistung bestand für einen Teil der ICE-T-Züge, aber für den anderen Teil war sie bereits abgelaufen.

Künftig soll die Zusammenarbeit zudem "auf andere Füße" gestellt werden, verspricht Kefer. "Wir alle tragen Verantwortung." Die Bahn werde daher schon in der Konstruktionsphase verstärkt mit den Herstellern zusammenarbeiten. Die Bahn will frühzeitig "ihr Betriebsknowhow einbringen". Das sei "der Königsweg".

Für die Fahrgäste bedeutet die Vereinbarung allerdings noch lange keine Entspannung. Der Bahn fehlen schlicht Züge, um einen einwandfreien Fahrplan aufrecht zu halten. Hoffnungen auf baldige Besserung dämpft auch Kefer: Die Bahn werde auch im kommenden Winter noch unter einem Engpass ihrer Flotte leiden. Wegen der geringen Verfügbarkeit gehe jedes zusätzliche Problem "auf die Knochen", so Kefer. Zwar zieht die Bahn derzeit "vorurteilsfrei sämtliche Register" und bittet auch ausländische Bahnunternehmen um Unterstützung. Doch mit dem Einbau der neuen Radsätzen kann die Bahn frühestens Ende 2011 beginnen und der dauert rund eine Woche pro Zug - bei 67 Zügen insgesamt also rund anderthalb Jahre.

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