ICE-Kauf: Ein großer Schritt für die Bahn, ein kleiner für die Fahrgäste

ICE-Kauf: Ein großer Schritt für die Bahn, ein kleiner für die Fahrgäste

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ICE Zuege

von Christian Schlesiger

Die Deutsche Bahn feiert heute in Berlin den Milliardendeal mit Siemens über den Kauf neuer ICE-Züge - und damit den Übergang in eine neue Ära. Damit sollen bald alle Probleme vom Tisch sein, doch kurzfristig müssen sich Kunden noch auf Störungen einstellen.

Wenn Deutsche Bahn und Siemens am heutigen Tag in Berlin den Milliardenauftrag über den Bau der neuen ICE-Flotte unterzeichnen, wird Bahnchef Rüdiger Grube eine frohe Botschaft im Gepäck haben. Nach zähen Verhandlungen einigten sich der Logistikkonzern aus Berlin und der Technikkonzern aus München über die letzten Details. Grube wird die Deutsche Bahn als erfolgreichste Bahn Europas hervorheben und die Kunden in Deutschland auf den Komfortgewinn in der Zukunft einschwören. Heute darf gefeiert werden.

Investition in die Zukunft

Es ist ein großer Tag für die Deutsche Bahn, denn der Milliardendeal mit Siemens markiert die größte Investition der Deutschen Bahn in ihrer Geschichte. Ihr Vorzeigeprodukt ICE bekommt den lange ersehnten Zuwachs, den die dezimierte Flotte so dringend nötig hat. Durch die gesetzlich erzwungene Verkürzung der Intervalle zur Überprüfung von Rissen in den Radsätzen fehlen der Bahn de facto 18 Züge im Vergleich zur normalen Planung. Es ist an der Zeit, dass die Bahn ihre Zugflotte verstärkt. Das ist schon allein deshalb erforderlich, weil der Konzern das Wachstum im Personenverkehr sonst gar nicht mehr bewältigen kann.

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Was Deutsche Bahn, Siemens und Bundsverkehrsminister Peter Ramsauer heute in Berlin so euphorisch feiern werden, ist eine Investition in die Zukunft. Eine richtige, fraglos. Doch die Gegenwart bleibt davon unberührt. In diesem und in den kommenden beiden Jahren werden die Fahrgäste noch weiterhin zu spüren bekommen, was ein kalter Winter und ein heißer Sommer so anstellen können. Die Deutsche Bahn gibt sich Mühe, die Probleme in den Griff zu bekommen. Doch technische Lösungen erfordern Zeit.

Weiter Ärger mit der Temperatur

Beispiel Klimaanlagen: Die Probleme im vergangenen Jahr könnten sich auch dieses Jahr wiederholen. "Es wird besser, aber wir können nicht sämtlichen Problemen vorbeugen", sagte Technik-Vorstand Volker Kefer in der vergangenen Woche vor Journalisten. Die Ursachen für den Ausfall zahlreicher Klimaanlagen hatte die Deutschen Bahn eingehend untersucht und festgestellt: Statt bei 42 Grad Celsius, wie von den Herstellern vorgesehen, schaltete sich das System oft viel früher ab. Grund dafür waren falsch eingestellte Druckwächter, die den Druck in der Klimaanlage messen und bei Maximaldruck das Kühlsystem automatisch runterfahren. Gleichzeitig erwies sich die Energieversorgung für die Temperatursteuerung als unzureichend. Die Deutsche Bahn rüstet die betroffenen ICE-2-Züge nun mit zusätzlichen Wechselrichtern nach. Doch der Umbau der gesamten ICE-2-Flotte, die von den Problemen bei den Klimaanlagen betroffen war, dauert bis 2013 an. Die Maßnahmen greifen daher erst "in den nächsten beiden Jahren", so Kefer.

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