Ideen-Export: Abwrackprämie soll auch den US-Automarkt beleben

Ideen-Export: Abwrackprämie soll auch den US-Automarkt beleben

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Alte Autos auf dem Gelände einer Autoverwertung: US-Politiker wollen den darniederliegenden US-Automarkt mit einer Abwrackprämie nach europäischem Vorbild beleben.

Die Absatzzahlen am US-Automarkt fallen und fallen. Nun wollen Politiker eine Idee aus Europa importieren: Eine Abwrackprämie soll auch den US-Automarkt ankurbeln. Deutsche Autobauer stehen möglicherweise auf der Verliererseite.

Es vergeht kaum ein Tag, an dem die USA nicht mit einem zweistelligen Minus in die Schlagzeilen kommen. Gestern betraf die Hiobsbotschaft den US-Automarkt: Im März ist der US-Autoabsatz um 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Dennoch schöpfen General Motors (GM),  Ford und Co. Hoffnung, dass das Schlimmste bald vorüber ist. Im Februar war der Markt noch stärker – und zwar um 41 Prozent  - eingebrochen. Zahlen von Autodata Corp. zufolge wurden im März 857.735 Autos in den USA verkauft, die höchste Anzahl seit September.

GMs Analysten sprachen von einem „sehr, sehr allmählichen“ Anstieg der Autoverkäufe. Deutsche Autobauer traf die Absatzkrise weniger stark als ihre US-Konkurrenten: Volkswagen verkaufte im März um 20 Prozent weniger Autos als noch im Jahr zuvor, BMW und Daimler büßten 23 Prozent ein.

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Obama unterstützt Abwrackprämie

Die darbende US-Autoindustrie hat einen weiteren Silberstreif am Horizont ausgemacht - und der scheint derzeit in den Gremien des US-Kongresses. Sie legen ihre Hoffnungen in einen vergleichsweise billigen Rettungsring für den Automarkt: Eine Abwrackprämie nach europäischem Vorbild. Der Erfolg des deutschen Auto-Verschrottungsprogramms hat sich bis in die USA durchgesprochen. Vor zwei Tagen hat US-Präsident Obama signalisiert, dass er für einen solchen Anreiz Gelder aus dem US-Konjunkturpaket freischaufeln würde. US-Abgeordnete haben bereits Gesetzesvorschläge für eine amerikanische Abwrackprämie eingebracht.

Nun liegt der Ball beim US-Kongress. Doch die zurzeit kursierenden Abwrackprämien-Varianten sind so konzipiert, dass deutsche Autobauer kaum davon profitieren werden. 

Ein Gesetzesvorschlag sieht eine Prämie von 3000 bis 5000 Dollar für Autos vor, die älter als acht Jahre sind. Autobesitzer sollen sie erhalten, wenn sie ihr altes Auto gegen einen Neuwagen tauschen, der höchstens 35.000 Dollar kostet und zumindest 24 Meilen pro Gallone Treibstoff schafft-  also rund zehn Liter auf 100 Kilometer verbraucht. Der Haken dabei: Die Prämie soll nur für Neuwagen gezahlt werden, die in den USA hergestellt wurden.

Bei der zweiten zur Diskussion stehenden Variante würde die Abwrackprämie zwischen 2500 und 4500 Dollar betragen. Altautos müssten mehr als 13,5 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen, um für die Abwrackprämie in Frage zu kommen. Der geförderte Neuwagen muss den Normverbrauch seiner Klasse um mindestens 25 Prozent übertreffen und darf nicht mehr als 45.000 Dollar kosten. Die Prämie würde für sämtliche Neuwagen gelten, egal, in welchem Land sie hergestellt wurden.

Bis zu einer Million Autos zusätzlich

US-Autoexperten rechnen damit, dass eine solche Prämie dem Autoverkauf auf die Beine helfen würde. Bis zu einer Million Fahrzeuge zusätzlich würden dann pro Jahr verkauft werden, prognostizieren sie. Zum Vergleich: Die derzeitige, Abwrackprämien-freie Prognose für den US-Automarkt liegt bei 9,8 Millionen verkauften Fahrzeugen in diesem Jahr.

Im Vergleich jenen 17 Milliarden Dollar, die General Motors und Chrysler bislang von der US-Regierung erhalten haben, wäre die Abwrackprämie geradezu ein Schnäppchen: Experten beziffern die zusätzlichen Kosten auf zwei bis drei Milliarden Dollar.

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