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Image: Google: Chrome glänzt nicht

von Boris Hedde

Die Euphorie war groß, als Google seinen Browser "Chrome" vorstellte. Doch die Stimmung kippte schon nach kurzer Zeit: Probleme mit dem Datenschutz verärgerten viele Nutzer. Nun leidet auch das Image des Internetriesen.

BrandIndex Google
BrandIndex Google

In diesen Tagen feiert Google seinen zehnten Geburtstag. Die Bilanz zum Jubiläum ist beeindruckend: Innerhalb kürzester Zeit avancierte das Internetunternehmen vom kleinen Garagen-Start-Up zum milliardenschweren Marktführer der Suchmaschinen. In Deutschland hat die Google-Suche je nach Schätzung einen Marktanteil von 80 bis über 90 Prozent und so dominiert der Anbieter auch den Online-Werbemarkt.

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Mit dem neuen Browser Chrome startet das Unternehmen nun einen Frontalangriff auf den Softwarekonzern Microsoft und dessen Internet Explorer. Doch statt gewohntem Lob muss sich Google Kritik gefallen lassen. Besonderes Ärgernis ist der Datenschutz: Der ist nach Ansicht einiger Experten bei Chrome nicht gewährleistet.

Eine aktuelle BrandIndex-Analyse zeigt ein ungewohntes Bild. Das Image von Google leidet deutlich nach der Einführung des neuen Browsers. Üblicherweise bewegt sich die Marke durchschnittlich im Bereich von 91 BrandIndex-Punkten und erreicht damit bei den Deutschen sogar bessere Werte als die Stiftung Warentest. Aktuell sinken die Indexwerte der Marke, die zu den wertvollsten der Welt gehört, jedoch auf ein Jahrestief von 81 Punkten.

Boris Hedde
Boris Hedde von psychonomics AG

Noch eindrucksvoller zeigt sich die Entwicklung bei der gemessenen Markenpräsenz. Im Gegensatz zu den langfristig orientierten Indexwerten ist sie ein Maß dafür, ob die Befragten kurzfristig etwas Positives oder Negatives über eine Marke gehört haben. Unmittelbar nach der Veröffentlichung von Chrome brach die Markenpräsenz von zuvor im Mittel 73 auf aktuell 27 Punkte ein - ebenfalls ein Jahrestief. Grund hierfür ist offensichtlich die teilweise sehr kritische Berichterstattung nach Bekanntwerden der Datenschutzprobleme. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät sogar von der Nutzung des Browsers ab.

Die gemessenen Werte liegen zwar noch immer weit über dem Durchschnitt anderer Marken, die Imageverluste setzen den Branchenprimus dennoch unter Zugzwang. So kündigte Google bereits an, die Datenspeicherung zu überarbeiten. Dies geschieht vermutlich vor allem, um die deutschen Internetnutzer zu beruhigen. Denn wie ein Blick in den britischen BrandIndex zeigt, scheinen die Deutschen besonders sensibel zu sein, wenn es um den Schutz privater Daten geht.

In Großbritannien schneidet Google durchschnittlich etwas besser ab als bei den Deutschen. Sehr interessant ist aber insbesondere, dass Google bei den Briten nach der Einführung von Chrome keine Imageverluste verzeichnet - im Gegenteil: Die Markenpräsenz steigt sogar leicht an. Das verwundert deshalb, weil Großbritannien in den letzten Monaten von zahlreichen Datenschutzskandalen erschüttert wurde.

Auch wenn Chrome keinen glänzenden Start hingelegt hat: Microsoft dürfte von der neuen Konkurrenz alles andere als begeistert sein. Zu groß ist die Gefahr, dass Google den Windows-Erfinder nun auch noch im Bereich Software auf die Plätze verweist. Im BrandIndex bescheinigen die Indexwerte Microsoft zwar ein recht gutes Image, sie liegen mit durchschnittlich 42 BrandIndex-Punkten aber deutlich hinter Google. Ein gutes Image ist für Microsoft von großer Bedeutung, denn das Unternehmen muss sich nicht nur gegen Internetgrößen wie Google oder Yahoo sondern auch gegen unzählige Konkurrenten aus anderen Bereichen wie Sun Microsystems, Sony oder Nintendo behaupten.

Der BrandIndex ist ein forschungsbasiertes Tool zur Markenführung. Auf der Basis einer täglichen Befragung von 1000 Personen ermöglicht der BrandIndex eine tagesaktuelle Imageanalyse von über 500 Marken aus 20 Branchen. Als internationales Tool ermöglicht er auch Analysen auf dem amerikanischen, dem britischen, dem österreichischen und dem skandinavischen Markt.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 17.09.2008, 16:50 UhrAnonymer Benutzer: Glänzt als Spion

    Die benutzung von Google Chrome ist wegen seinem mangelnden Datenschutz bei uns in der Firma verboten. Wirtschaftsspionage gibt es schon genug, man muss nicht noch freiwillig all sein Wissen an den Datensammler Google verschenken.

  • 17.09.2008, 14:04 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt

    Seit einiger Zeit erscheinen auf Wiwo Online Artikel mit riesigen bildern ihrer Autoren. Müssen die Autoren PR-Gebühren dafür zahlen, sich persönlich auf diesen Seiten vermarkten zu lassen? Der Preis würde mich interessieren. Solche Angebote hatte ich auch (u.a. für gewisse Focus-Sendungen), unter 5,000 EUR war nichts zu machen... im übrigen wird für Google eine neue Zeit anbrechen, sobald bill Gates als Hassmuster von der bühne endgültig verschwunden ist. Denn nichts ist umsonst - auch wenn es so vermarktet wird, und Google's Geschäftsmodell wird irgendwann auch vom letzten Free Stuff Junkie begriffen. Dann könnte sich einiges ändern im internet-Zirkus.

  • 17.09.2008, 03:36 UhrAnonymer Benutzer: Another Voice

    "Zu groß ist die Gefahr, dass Google den Windows-Erfinder nun auch noch im bereich Software auf die Plätze verweist. "


    Hahhaahhahahahaahahahahahahahhaahahahahahahaha.... selten so gut gelacht.

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