
Um Erzfeind Google im Internetgeschäft endlich Paroli bieten zu können, wollte der Softwareriese Microsoft Anfang des Jahres Google-Konkurrent Yahoo übernehmen.
Zwar wehrte sich Yahoo erfolgreich, doch nach einem Einbruch des Aktienkurses sowie dem Verlust wichtiger Manager gerät das Unternehmen zunehmend unter Druck.
Auch in Sachen Markenimage läuft es nicht gut: Wie eine aktuelle BrandIndex-Analyse nun zeigt, hat sich das Image von Yahoo auf dem deutschen Markt in den vergangenen Monaten deutlich eingetrübt. Von rund 50 BrandIndex-Punkten im März sackten die Indexwerte mittlerweile um fast 25 Prozent auf einen Tiefstand von momentan 38 Punkten ab.
Zunächst belastete offensichtlich der mögliche Zusammenschluss mit Microsoft das Image von Yahoo. Nachdem dann der Microsoft-Konzern sein Milliarden-Übernahmeangebot im Mai zurückgezogen hatte, konnten sich die Werte zwar zunächst wieder vorübergehend stabilisieren, doch seit August wird das Image nun wieder zunehmend schlechter bewertet.
Microsoft hat Jahreshoch
Im Gegensatz dazu steigen die Indexwerte von Microsoft stark an: Vor kurzem erreichte die Marke sogar ein Jahreshoch von 50 BrandIndex-Punkten.
Die beachtliche Steigerung von fast 30 Prozent seit Mai ist vermutlich auf die geschickte Kommunikationspolitik des Softwarekonzerns zurückzuführen. So präsentierte sich Microsoft unlängst als Freund des Datenschutzes und schlug vor, Daten der Suchmaschinennutzer künftig deutlich früher als bisher zu löschen.
Wie wichtig den Deutschen das Thema Datenschutz ist, hat vor einigen Monaten Internetprimus Google zu spüren bekommen. Als der neue Google-Browser Chrome kurz nach der Herausgabe wegen Datenschutzmängeln in die Kritik geraten war, sackten die bis dahin äußerst guten BrandIndex-Werte stark ab. Von diesem Einbruch hat sich das Image von Google bis heute nicht vollständig erholt.
Googles Image dennoch besser

Dies belegen auch die gemessenen Buzz-Werte: Diese haben sich seit der Veröffentlichung des neuen Browsers im Vergleich zu früheren Ergebnissen auf einem deutlich schwächeren Niveau eingependelt.
Der Buzz (englisch für Gerücht) misst im Gegensatz zu den eher langfristig orientierten Indexwerten, ob die Befragten kürzlich etwas Positives oder Negatives über eine Marke gehört haben.
Dennoch liegen die Imagewerte von Google noch immer weit über denen von Microsoft - das gilt zumindest für den deutschen Markt.
In den Vereinigten Staaten ist der Abstand zwischen den beiden Marken im BrandIndex nur in etwa halb so groß wie in Deutschland: Mittlerweile trennen die beiden Marken nur noch rund 20 Punkte voneinander. Zuvor waren auch in den Vereinigten Staaten die BrandIndex-Werte gestiegen. Grund für den Anstieg war vermutlich eine millionenschwere Imagekampagne, die bei den Amerikanern offenbar gut ankam.
Microsoft will investieren
Auch hierzulande will Microsoft einen zweistelligen Millionenbetrag in Marketing und Personal investieren, vor allem um deutsche Privatnutzer und Unternehmen zur Nutzung des Software- und Internetangebots zu bewegen.
Zur Untersuchung: Der BrandIndex ist ein forschungsbasiertes Tool zur Markenführung. Auf der Basis einer täglichen Befragung von 1000 Personen ermöglicht der BrandIndex weltweit tagesaktuelle Imageanalysen von Hunderten Marken aus zahlreichen Branchen.













