
„Je mehr der Rotstift angesetzt wird, umso wichtiger wird nachhaltiges Bauen“, sagt Rainer Einholz, Sprecher der Geschäftsführung von Hochtief Projektentwicklung. „Es geht schließlich nicht nur um die Investitions-, sondern auch um die Folgekosten.“ Angesichts der Rohstoffverknappung und immer schärferer Klimaschutzgesetzgebung sind diese kaum noch kalkulierbar. „Seit dem Ölpreisschock von 2008 plagt Unternehmen wie Privat- » » leute die Sorge vor steigenden Strom- und Gasrechnungen“, sagt Gewerbeimmobilien-Spezialist Weiß. „Hinzu kommt das Risiko, für die CO2-Emissionen von Bürogebäuden oder hohe Entsorgungskosten für nicht recycelbare Baumaterialien zur Kasse gebeten zu werden.“
Die neue Art zu bauen verändert auch Optik und Funktion der Gebäude. „Moderne Büros setzen das Thema Nachhaltigkeit attraktiv um, eröffnen neue Wege der Kommunikation und fördern das Wohlbefinden und den Zusammenhalt der Mitarbeiter“, lobt Ralph Bruder, Professor an der Technischen Universität Darmstadt und Leiter des Instituts für Arbeitswissenschaft. Bruder begleitet den Best Office Award 2010 wissenschaftlich.
Büro als Bühne zur Förderung der Kommunikation
Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt die neue Zentrale von Unilever in Hamburg. Gebaut aus ökologisch unbedenklichen Materialien, verfügt das Haus über eine eigene Wärmerückgewinnungsanlage. Das nach außen hin maritim anmutende Gebäude ist lichtdurchflutet, im Zentrum erhebt sich über alle sieben Geschosse hinweg ein mit einem Glasdach überspanntes Atrium. Wenn es draußen dunkel wird, kommt Licht aus energieeffizienten LED-Leuchten. Auf jeder Etage gibt es offene Treffpunkte. Treppen und Verbindungsstege durch das Atrium schaffen Raum für Begegnungen.
Das Büro als Bühne zur Förderung der Kommunikation zu inszenieren war auch das Anliegen des Architekturbüros Gatermann + Schossig bei der Innengestaltung der neuen Zentrale des Versicherers Generali Deutschland im Kölner Bankenviertel.
Der Plan ist gelungen: Hinter klassizistisch anmutenden Fassaden entstand ein Bürokomplex aus fünf Gebäuden, die um drei Innenhöfe herum den Mitarbeitern verschiedenste Kommunikationszonen bieten. Eine ganze Etage ist für Mitarbeiter vorgesehen, die nur ab und zu ins Büro kommen, dann aber in Ruhe oder im Team an Gästearbeitsplätzen ihren Job erledigen können.
Jan Esche, Architekturexperte aus München, fasst das so zusammen: „Je schneller sich die Arbeitswelt dreht und je mehr Mitarbeiter jenseits der Unternehmensmauern überall in der Welt verstreut miteinander übers Internet arbeiten, umso wichtiger wird das Büro als Ort der Entschleunigung und als emotionale Aufladestation.“













