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Immobilien: Grüne Gewerbeimmobilien rechnen sich

von Julia Leenderse

Ökologische Büros sind nicht nur klimafreundlich: Mit mehr Nachhaltigkeit sparen Unternehmen auch langfristig Geld.

Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt
Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt
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Klimaschützer finden neuerdings Verbündete dort, wo sie es am wenigsten erwartet haben – bei Banken, Immobilienspezialisten, Projektentwicklern und Investoren. Büroimmobilien und Büromöbel werden grün: Die Deutsche Bank trimmt ihre Zwillingstürme in Frankfurt innen wie außen auf klimafreundlich. Die Deutsche Börse eröffnet in diesem Sommer ihre neue ökologisch gebaute Konzernzentrale in Eschborn. Und der Stahlkonzern ThyssenKrupp verzichtet bei seiner neuen gläsernen Hauptverwaltung in Essen auf eine energiefressende Klimaanlage – stattdessen sorgt ein selbst entwickelter Edelstahlsonnenschutz für eine kühle Fassade. Er lässt Licht herein, aber keine Wärme.

Mehrinvestitionen in Beleuchtungskonzepte, die das Sonnenlicht nutzen, oder Belüftungssysteme, die den natürlichen Frischluftaustausch fördern, sind nicht nur gut für Mitarbeiter und Unternehmensimage, sondern auch für die Rendite: Sie schützen vor Leerständen und sorgen auf den Kapital- wie Immobilienmärkten für jene Wertsteigerungen, die sich Projektentwickler, Immobilieninvestoren und -besitzer erhoffen. Grund genug für die WirtschaftsWoche, dem Thema Nachhaltigkeit bei dem zum vierten Mal gemeinsam mit der Koelnmesse ausgerichteten Wettbewerb Best Office Rechnung zu tragen.

„Wer heute in Büros investiert, muss schon aus eigenem Finanzinteresse der neuen Realität drohender Klimakatastrophen und Rohstoffverknappung Rechnung tragen“, sagt Ingo Weiß, Leiter Property Management bei Jones Lang La-Salle in Berlin – einem Immobilienberater, dem kaum Nähe zu Ökos unterstellt werden kann. „Je nach Standort sind -Bürogebäude ohne Nachhaltigkeitsan-spruch in dem von Leerständen geprägten Büroimmobilienmarkt schon heute kaum mehr zu vermarkten.“

Nachhaltig gebaute Bürogebäude lassen Kassen klingeln

Internationale Studien beweisen vielmehr, dass Vermieter nachhaltig gebauter Bürogebäude Mietaufschläge zwischen sechs und 36 Prozent verlangen können und beim Verkauf solcher Immobilien 11 bis 64 Prozent mehr erlösen.

Der Trend lässt auch bei den Ausstattern solcher Immobilien die Kassen klingeln. „Der weltweite Trend zur nachhaltigen Gestaltung wird für die Büromöbelbranche einen spürbaren Innovations- und Wachstumsschub bringen“, prophezeit Oliver Kuhrt, Geschäftsführer der Koelnmesse, die alle zwei Jahre die Büroeinrichtungsmesse Orgatec ausrichtet.

Der Verband Büro-, Sitz- und Objektmöbel (BSO) bestätigt diese Einschätzung: Die Nachfrage nach ökologisch korrektem Büromobiliar, wie etwa CO2-optimierten Bürostühlen oder Bodenbelägen aus recyceltem Material, wächst rasant. „Wir erleben zurzeit besonders bei Großprojekten einen explosionsartigen Nachfrageanstieg an Büromöbeln, die Nachhaltigkeitsstandards erfüllen“, sagt etwa Michael Kaiser, Deutschland-Vertriebschef des amerikanischen Büromöbelherstellers Haworth. „Spätestens in zwei, drei Jahren werden in Sachen Nachhaltigkeit zertifizierte Büromöbel Industriestandard sein.“

Auslöser für den Paradigmenwechsel sind strengere Vorschriften. Allein zwischen Juli 2008 und Februar 2009 verabschiedeten Regierungen weltweit 250 Gesetze zum Klimaschutz und stellten öffentliche Mittel von 430 Milliarden Dollar für die Förderung klimaschützender Produkte und Dienstleistungen zur Verfügung. Die EU etwa verlangt, dass von 2019 an europaweit alle Neubauten genauso viel Energie produzieren müssen, wie sie verbrauchen – etwa mittels Solarkollektoren und Wärmepumpen.

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